Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Virtus

Grundlage ist und bleibt für die Unitas die Überzeugung: Die Antwort auf alle Fragen der menschlichen Existenz gibt die Botschaft Jesu Christi. Die religiöse Bindung war für die Gründer sogar so selbstverständlich, dass sie nicht einmal ein Prinzip religio auf ihre Fahnen schrieben - so, wie es andere Verbände taten, die in den Folgejahren entstanden. Die Unitas, ursprünglich reiner Verband aus katholischen Theologen, der sich 1887 für alle Fakultäten öffnete, wählte stattdessen das Prinzip virtus. Dies soll mehr verlangen - und mag dies für heutige Ohren noch so seltsam klingen: Ein mannhaftes, tapferes, ein konsequentes Leben aus dem Glauben. Und dazu gehören auch soziales Engagement, Toleranz, humanitäres Denken und Zivilcourage. Unitarier jedenfalls versprechen bei ihrer Aufnahme: Sie sind bereit, Verantwortung zu tragen für die Kirche und mit der Kirche für diese Welt, somit für das Gemeinwesen, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.

Dem Zusammenleben in der Unitas liegt also zunächst eine wesentliche spirituelle Dimension zugrunde: Die Rahmenbedingungen für christliche Lebensführung und kirchliche Bindung schafft das Zusammenleben im Verein. Es bietet die Möglichkeit zum Kennenlernen und Einüben in Gottesdiensten, Einkehrtagen, Vorträgen und Gesprächen zu religiösen Themen. Dies sind keine aufgesetzten Muß-Übungen, denn Unitarier sehen sich als lebendiger Teil der Kirche. Katholisch heißt das: In der gemeinsamen Eucharistie fühlen sie sich in ganz besonderer Weise Christus und untereinander verbunden. "In ihr ist die unitarische Gemeinschaft am tiefsten verwirklicht", heißt es im Grundgesetz des Verbandes.

Dies wirkt sich auch auf die Semesterprogramme der Unitas-Vereine aus. Wer sie studiert, stellt Ähnlichkeiten schnell fest: Alle Ortsvereine weisen etwa Vereinsfeste aus, eigene Feste zu Ehren der drei Verbandspatrone Maria Immaculata (8. Dezember), Thomas von Aquin (28. Januar) und Bonifatius (5. Juni). Der gemeinsamen Eucharistiefeier folgt die Agape, meist in Form eines Frühstücks, und die Morgensitzung mit einem thematischen Schwerpunkt, der in anschließender Diskussion vertieft wird. Studenten und Ehemalige, Aktive und Alte Herren, treffen sich hier mit ihren Familien und Freunden - viel Gelegenheit, sich als Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu erfahren, sich auf die gemeinsamen Grundlagen zu besinnen.