Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Amicitia

Was aber wären die für viele eher abstrakten Grundsätze virtus und scientia ohne das dritte unitarische Prinzip, die amicitia, die Freundschaft! Schließlich sind es die Menschen, die zählen. Und es sind nicht zuerst hehre Grundsätze, die ins Auge fallen, sondern die Mitglieder, auf die man im Laufe seines Studiums trifft und die bereits den ersten Eindruck prägen. Was wäre eine solche Gemeinschaft, wenn es kein grundsätzliches gegenseitiges Vertrauen gäbe, keine

Hilfsbereitschaft, die auch durch Krisensituationen trägt, in die jeder seelisch und materiell geraten kann! Unitarier vergleichen ihre Gemeinschaft gerne mit einer großen Familie - und "Freundschaft" soll für sie keine hohle Phrase sein. Sie bedeutet mehr als die oberflächlichen Bekanntschaften, die gerade an der Uni schnell geschlossen werden. Sie meint: Gegenseitige Mitverantwortung und die Bereitschaft, einander selbstlos zu helfen. Und dieser Grundsatz verbindet auch über die Generationen hinweg. Der unitarische Lebensbund vereint Aktive mit Alten Herren und Hohen Damen, die bereits ihr Studium abgeschlossen haben. Er dauert über das Studium hinaus, ein ganzes Leben lang. Dies erleichtert auch Kontakte für das spätere Berufsleben, denn nahezu an jedem größeren Ort in Deutschland - auch an Orten im Ausland - gibt es einen Altherren- oder Hohedamenzirkel, bei dem man schnell einen Freundeskreis und Hilfe findet. Dieser lebendige Kontakt zwischen Studenten und denen, die bereits im Beruf stehen - er ist für alle eine großartige Erfahrung. Dies berichten viele, die hier etwas spüren, was in weiten Bereichen unseres Lebens nicht mehr zu zählen scheint: Der Austausch von Lebenserfahrungen über die Generationen hinweg ist keine Einbahnstraße!

Auch "auf dem Haus", im unitarischen Studentenwohnheim, muss sich niemand hinter seinen Büchern vergraben. Natürlich geht das Studium immer vor. Doch es ist gut zu wissen, dass es eine Chance gegen den Semesterkoller gibt: Gemeinsame Unternehmungen bieten einen Ausgleich zum Uni-Alltag, Fahrten, Feten, Kulturelles, all dieses lässt sich mit Bundesbrüdern und -schwestern gemeinsam erleben. Wer ins Kino will oder ins Theater - er wird jemand finden. Wer lieber kegelt und auf gesellige Tour will, auch er muss nicht alleine losziehen. Und die Übernahme von Aufgaben für andere ist nicht nur darauf beschränkt, selbst Mitverantwortung durch Pflichten im Vereins- und Verbandsleben zu übernehmen, dabei seine Fähigkeiten entfalten und trainieren zu können. Denn die amicitia ist nicht Selbstzweck: Es gibt viele Möglichkeiten, auch andere teilhaben zu lassen, an der Freude, die neben der Arbeit genossen werden kann. Denn die amicitia als "Sorge für den Nächsten" ist nicht allein auf den überschaubaren Kreis der Mitglieder beschränkt. Es gibt genug Gründe dafür, die Kreise auch weiter zu ziehen, etwa soziale Projekte anzustoßen und so das zu sein, was gemeint ist: Unitas - eine Gemeinschaft in Wort und Tat, ein fester Boden dafür, mit Freunden gleicher Überzeugung an dem zu arbeiten, was diesen Verband bis heute aktuell macht. Das tun wohl viele von ihnen - und vielleicht ist das der Grund, warum die Unitas nicht nur Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft hat.