Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Bau eines Kinder- und Jugenddorfes in Sachsen

Das Soziale Projekt des UNITAS-Verbandes für die Jahre 1991 bis 1996 war die Realisierung eines Kinder- und Jugenddorfes nach dem Konzept der Kinderdörfer in der alten Bundesrepublik. Ausschlaggebend waren Besuche in den neuen Bundesländern, bei denen man auf die schwierige Situation elternloser, nicht-ehelicher und verhaltensgestörter Kinder gestoßen war. In der Zeit des SED-Regimes wurden sie vernachlässigt, als unproduktives Leben bezeichnet und entsprechend behandelt worden.

Nachdem man dieses Elend gesehen hatte, stellte sich uns die Frage; was man als Student tun könnte, um an der inneren Einheit unseres Landes mitzuwirken, so Hans-Achim Michna, damaliger Vorortspräsident. Auf der Generalversammlung des UNITAS-Verbandes 1991 in Mainz brachte der damalige Vorort, UNITAS Sugambria Osnabrück, den Antrag ein, den Bau eines Kinder- und Jugenddorfes in den neuen Bundesländern zum Sozialen Projekt des Verbandes zu erklären. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und das Ziel gesteckt, als UNITAS-Verband ein Haus im Kinderdorf aus den eigenen Reihen zu finanzieren. Spontan übernahm der damalige Bundesinnenminister, Bundesbruder Rudolf Seiters die Schirmherrschaft.

Fünf Jahre vergingen, bis ein Grundstück von 5,8 ha in der Gemeinde Markkleeberg bei Leipzig (Sachsen) als geeignet empfunden wurde und die rechtlichen und planerischen Formalitäten geklärt werden konnten. 1995 konnte dann endlich mit dem Bau des Kinderdorfes begonnen werden. Die praktische Durchführung des Projektes erfolgte unter dem Dach des Caritas-Verbandes, der mit seinen Spezialisten mit Rat und Tat zur Seite stand. Mit der Ernennung zum Sozialen Projekt begann im UNITAS-Verband die große Zeit des Spendens, an der sich nicht nur Bundesbrüder, sondern auch Mitglieder des CV und KV und die die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) während des Katholikentag 1994 in Dresden beteiligte. Das Spendenbarometer stieg so auf 600.000 DM, ein Betrag, mit dem niemand gerechnet hatte.

Am 28. September 1996 wurde das unitarische Haus auf den Namen des Unitariers Robert Schuman getauft. Mehrere Jahre konsequentes Engagement und harte Arbeit und die offizielle Einweihung - ein langer, aber erfolgreicher Weg, mit dem Ergebnis, auf das der UNITAS-Verband und seine Mitglieder stolz sein dürfen, waren die Worte von Rudolf Seiters. Der Verbandsgeschäftsführer Dr. Wilfried Podlinski und der Vorsitzende des Altherrenbundes Günther Ganz bedankten sich in ihren Grußworten bei allen Spendern, die zur Verwirklichung des ehrgeizigen Projektes beigetragen haben. Der amtierende Vorortspräsident Dirk Lüerßen (Sugambria Osnabrück) brachte seine Dankbarkeit auf folgenden Punkt: Die UNITAS habe gezeigt, dass sie nicht Selbstzweck ist, sondern durch Engagement auch aktiv ihre Prinzipien leben lässt und so nach außen wirken kann.

Im Spätsommer konnten die ersten neun Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters aus einem aufgelöstem katholischen Waisenhaus in Engelsdorf mit ihren Pflegeeltern in das Robert Schuman-Haus einziehen. Der UNITAS-Verband wünscht dem Kinder- und Jugenddorf Markkleeberg eine gute und sichere Zukunft, die er optimistisch begleiten wird.