Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


1922 - Bekenntnis zur demokratischen Republik

Gegen den totalitären Staat

In der Weimarer Republik erlangt der UNITAS-Verband eine ungeahnte Bedeutung. Die zuvor trotz ihrer Größe im politischen Sinne eher ein Innenleben führenden katholischen Verbände tragen jetzt aktiv zum Aufbau des neuen demokratischen Staates bei. Die Unitarier Franz Hitze und Joseph Mausbach wirken bei der Ausarbeitung der Reichsverfassung mit, viele Unitarier sind in den Landesparlamenten Bayerns, Badens, Württembergs, Sachsens und anderen deutschen Mittelstaaten, viele im Reichstag. Sie tun es in enger Verbindung mit der Zentrumspartei, den vielfältigen katholischen Verbänden, mit der christlichen Arbeiterbewegung und wissenschaftlichen Vereinigungen.

Besonders attraktiv ist der Verband, der von seinen alten und jungen Mitgliedern ein konsequentes und klares Bekenntnis zur jungen Republik fordert, für die Kriegsheimkehrer, die vom aus der katholischen Jugendbewegung in den UV geströmte Neustudententum (Ablehnung von traditionellen studentischen Formen und Bräuchen) inspiriert, in die UNITAS strömen. Sie lehnen die überkommenen Traditionsformen ab, suchen und finden in der UNITAS, die sich 1922 dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend anschließt und der Pax Romana beitritt, ein echtes inhaltliches Angebot. UNITAS-Vereine, die sich gegen die Verbandslinie stellen und ihre Richtung in der "Couleur-" oder "Farbenkrise" durch das Anlegen von Farben herausstellen, müssen die Konsequenzen ziehen: Als die Generalversammlung 1923 dem Farbentragen eine klare Absage erteilt, treten bis 1924 die Vereine Gothia Berlin, Franco-Borussia Würzburg, Sigfridia Bonn und Ripuaria Aachen aus dem UV aus und gründeten den Ring-Verband (RV, heute RKDB).

Der deutlichen Richtungsbestimmung folgt ein weiteres Erstarken des UV mit Neugründungen an allen wichtigen Universitäten Deutschlands und Österreichs. Die UNITAS festigt sich in aktiver Bildungs- und Schulungsarbeit. Sie bewahrt nach den ersten Krisenjahren der Weimarer Republik ihre Einheit, wendet sich gegen eine Überbetonung von Formen und Äußerlichkeiten. Im Gegensatz zu allen Verbänden, besonders zu den waffenstudentischen, bleibt der Verband nationalitätsungebunden und kämpft gegen die zunehmende Radikalisierung der Studentenschaft. Als die 1919 gegründete Deutschen Studentenschaft (DSt), der Zusammenschluß der Allgemeinen Studentenausschüsse (ASTA/ASTEN), durch den "Hochschulring Deutscher Art" in rechtsradikales und antisemitisches Fahrwasser gerät, bleibt die UNITAS auch hier konsequent: Sie tritt 1928 aus der "Deutschen Studentenschaft" aus, die nur drei Jahre später fest in der Hand des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) ist.