Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Scientia

Doch es ist auch ein Tag, sich über Dinge auszutauschen, über Gott und die Welt zu sprechen und gegenseitig Erfahrungen zu vermitteln - hier kommt das zweite unitarische Prinzip, die scientia, ins Spiel: Dieser Grundsatz verpflichtet den Einzelnen, nicht nur in der eigenen Fachdisziplin Kreise zu ziehen. Jede Bundesschwester und jeder Bundesbruder soll auch über den Tellerrand der eigenen Fakultät hinaus schauen. Er soll sich über sein persönliches Fachstudium hinaus auch wissenschaftlich um eine menschenwürdiger zu gestaltende Welt bemühen, sein theologisches Wissen vertiefen und eine ethische Fundierung der eigenen Meinung schaffen. Das Ziel: Die Bildung der Mitglieder zu dialogfähigen, weltzugewandten und weltverantwortlichen Christen, die im Leben stehen. Und die wissen, wovon sie reden - ob an der Uni oder im späteren Beruf.

Das Studium Generale ist nicht nur für Erstsemester erfunden worden, die noch Orientierung suchen: Die akademische Allgemeinbildung des Einzelnen soll in der unitarischen Gemeinschaft über die Zeit des Studiums hinaus wachsen. Dazu dienen neben einem umfangreichen Bildungsangebot auf Vereins- und Verbandsebene insbesondere die Wissenschaftlichen Sitzungen, kurz WS genannt - erfunden, noch bevor an den Universitäten Proseminare und Seminare stattfanden, eine Spezialität des Unitas-Verbandes seit den allerersten Semestern seines Bestehens. Diese Veranstaltungen brechen die enge Fachbezogenheit auf und bringen Fachrichtungen miteinander ins Gespräch: Hier vertreten Parteienvertreter, Wissenschaftler, Kirchenleute und andere Experten ihre Meinung zu aktuellen Fragen. Eine breite Palette an Themen - von der Politik über die Geistes- und Naturwissenschaften bis zu Theologie und Technik - gibt den Mitgliedern Gelegenheit zum "direkten Draht". Begegnungen wie diese schaffen eine gern genutzte Möglichkeit, Kritik und Anregungen "an den Mann oder die Frau" zu bringen.

Publikumswirksame Einladungen dieser Art allerdings ergänzen nur die traditionelle WS: In ihr soll in der Regel ein aktiver Studierender zu einem Thema berichten, seine Thesen begründen und verteidigen lernen. Er lernt, sich auch in eine fachfremde Materie einzuarbeiten, seine Ergebnisse klar zu referieren und zu diskutieren - ein unschätzbarer Vorteil, wie viele mit Blick auf ihren Studienalltag wissen.