Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Centro de Formación Juvenil y Popular in Macaracuay / Venezuela

Mit dem Projekt will der Verband in Caracas / Venezuela kinder- und jugendgerechte Räumlichkeiten schaffen, um verschiedene, derzeit dezentral und oft an ungeeigneten Orten durchgeführte Aktivitäten zusammenzubringen und so effizienter zu gestalten. Der Orden der Salesianer - er ist Träger des Projekts - widmet sich vornehmlich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus den Armenvierteln und sozialen Brennpunkten.

Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 21 Jahren aus den Straßenkinder- und Erziehungsprojekten sowie aus den Schulen und offenen Zentren der Salesianer, aber auch sonstige junge Menschen, etwa aus diözesanen Trägerstrukturen, die man zu sozialer Kompetenz befähigen will. Darüber hinaus soll das "Centro de Formacion Juvenil y Popular" vor allem der Aus- und Weiterbildung der Erzieher, Multiplikatoren und Helfer in der Jugendarbeit dienen. Dazu ist auch die Einrichtung einer Bibliothek geplant.

Die Zusammenführung der verschiedenen Engagements soll einmal der salesianischen Jugendbewegung (Movimiento Juvenil Salesiano MJS) in Venezuela ein neues Profil geben. Zum anderen sollen in die Aktivitäten aber auch - wie schon erwähnt - andere Jugendliche und Träger einbezogen werden. Wie Vertreter der Unizas in einem persönlichen Gespräch mit dem Erzbischof von Caracas, Ignacio Antonio Velasco Garcia, erfuhren, ist die katholische Kirche in Venezuela bestrebt, alle Jugendbewegungen und -initiativen enger miteinander zu vernetzen, um die verschiedenen Erfahrungen in der Jugendarbeit zusammenzubringen, einen gegenseitigen Lernprozess zu initiieren und schließlich ein neues Gesamtkonzept zu entwickeln. Das geplante Jugendzentrum ist in diesem Bestreben ein wichtiges Element.

Das Zentrum will den Kindern und Jugendlichen aus den Armenvierteln aber darüber hinaus auch einfach nur ein Stück Beheimatung bieten, einen Ort, wo sie jederzeit hinkönnen und wo jemand für sie da ist. Wir können als UNITAS mit unserer Hilfe einen wichtigen Beitrag leisten, die angestrebten Ziele zu verwirklichen und die schlimme Situation der Straßenkinder von Venezuela in Zukunft ein Stück weit in andere, bessere Bahnen zu lenken.

Mit der Einrichtung setzt sich die Diözese gegen die Ausgrenzung der Jugendlichen ein und versucht, ihnen religiöse Orientierung und Halt, Gemeinschaft und Nähe zu bieten sowie ihnen die christlichen Werte der Nächstenliebe zu vermitteln. Denn einer Jugend, die in Armut aufwächst, kaum berufliche Perspektiven hat und nur unzureichend persönliche Orientierungshilfen bekommt, wird es schwer fallen, die politische und soziale Entwicklung ihrer Gesellschaft positiv mit zu bestimmen. Mangelnde Zukunftsaussichten sind keine guten Voraussetzungen für Verantwortungsbewusstsein und soziales Engagement. Im Gegenteil: eine perspektiv- und orientierungslose Jugend ist besonders anfällig für (selbst-)zerstörerische Verhaltensweisen und Aktivitäten, die sich negativ auf die gesamte Gesellschaft auswirken. Ein Jugendlicher, der keine Ausbildungsmöglichkeit bekommt, der den ganzen Tag auf der Straße verbringen muss und keine Ansprechpartner in seiner Familie und sozialen Umgebung hat, wird eher versucht sein, Drogen zu konsumieren oder sich kriminellen Banden anzuschließen. 

So ist das Konzept einer präventiven und subsidiären Jugendarbeit auch im Sinne der venezolanischen Regierung. Die aktive Arbeit mit Heranwachsenden sowie die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im "Centro de Formacion Juvenil y Popular" will junge Menschen zu einem solidarischen Verhalten erziehen und sie zu engagierten Bürgern machen, die sich dann selbst als Multiplikatoren für Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen.