Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Übersicht

Jahresrückblick Unitas Palatia Darmstadt 2017

Von:  Unitas Palatia zu Darmstadt

22.12.2017

Ende des Wintersemesters 2016/17

Das 193. Couleursemester stand unter der Leitung des hohen Seniors Bbr. Manuel Gros v/o Wolfgang (stud. Psychologie), Consenior Bbr. Paul Weidner v/o Waldi (stud. Chemie), während der Fuxenstall vom Fuxmajor Bbr. Richard Breimann v/o Pumba (stud. Maschinenbau) in Schach gehalten wurde.

Zum Jahresauftakt reisten einige von uns zum Regionaltreffen Süd-West nach Heidelberg. Die Bundesbrüder Stephan Einert und Peter Braun führten durch einen Workshop zur Persönlichkeitsentwicklung. Im ersten Block stellten sie dabei die vier Persönlichkeitstypen der DISC-Methode vor. Sie beruht auf einem selbstbeschreibenden Persönlichkeitstest mit den vier Grundtypen: Dominanz, Initiative, Stetigkeit/ Stabilität und Gewissenhaftigkeit/ Konformität. Im zweiten Block nach dem Mittagessen konnten wir so uns bzw. unser eigenes Profil besser kennen lernen. Bei strahlendem Wetter machten wir uns alsdann unter der Leitung unseres Bbr. Roberto Berardinelli zu einer kleinen Stadtführung auf. Hierbei lernten wir nicht nur viel über die Geschichte Heidelbergs und besuchten die wichtigsten Orte der Stadt wie das Rathaus, die Jesuitenkirche, die Universität und die Bibliothek, sondern erfuhren auch ein wenig über das couleurstudentische Leben in Heidelberg.    
Da wir aber an diesem Tag noch nicht genug gelernt hatten, fanden wir uns am Abend zu einer Bierverköstigung ein. Bbr. Manuel Rudolph moderierte durch den Abend, während Bbr. Tom Fourmann gekonnt und tiefgründig über belgische Biere referierte und so unsere Geschmacksnerven auf die Probe stellte. Der Abend klang schließlich gemütlich mit zahlreichen Gesprächen zwischen den Bundesbrüdern und Bundesschwestern der unterschiedlichen Vereine aus.

Ein weiterer Höhepunkt, und uns Palaten eine besondere Freude, war es, den Ausführungen unseres lieben Bbr. Christian Poplutz v/o Theo zum studentischen und insbesondere unitarischem Liedgut folgen zu dürfen. Da der Unitas-Verband inmitten des Kulturkampfes zwischen Katholiken und dem protestantisch-dominierten  Preußen gegründet wurde, findet man heute in den Liedern sowohl zeitgenössische als auch biblische Symbolik. Dabei ist der größte Teil der unitarischen Lieder, die schon mit der Gründung des Verbands entstanden sind, sogenannte Kontrafakturen. Sie greifen also auf bereits bekannte Melodien zurück, so erläuterte Theo. In unserer Reise durch das Liederbuch lernten wir sowohl einige uns unbekannte Lieder, wie „Wo Unitarier sich dem Bunde weihten“, als auch Klassiker wie das Unitarische Bundeslied und die Bedeutung der einzelnen Strophen genauer kennen. Auch beschäftigten wir uns mit allgemeinem studentischem Liedgut, wie beispielsweise „Gaudeamus Igitur“, in dem die Vergänglichkeit des Lebens zum Ausdruck kommt und welches von Studenten und Akademikern auf der ganzen Welt gesungen wird. Zuletzt machten wir noch einen Abstecher zu romantisch geprägten Liebes- und Wanderliedern, die auf Kneipen eher selten zu hören sind.

Das Vereinsfest zu Ehren des Heiligen Thomas von Aquin feierten wir zusammen mit unseren BbrBbr. aus Mainz und Frankfurt in Langen, wo sich eine der wenigen Thomas-von-Aquin-Kirchen befindet. Nach der Heiligen Messe erwartete uns ein sehr gutes und deftiges Frühstück, welches die Aktivitas e.lb. Unitas Rheno-Moenania organisiert hatte. Es folgte ein spannender Festvortrag von Dr. Christoph Müllerleile, der über die „Öffentliche und veröffentliche Meinungen in Zeiten der Verunsicherung“ sprach und uns alle aufrief, sorgsam mit Informationen und Meinungen umzugehen und nicht voreilig falsche Schlüsse zu ziehen.

Das Semester endete mit einer Kreuzkneipe zwischen der Aktivitas und unseren lb. AHAH. Dementsprechend fanden sich viele Bbr.Bbr. aus beiden Lagern für einen lustigen und lockeren Abend zusammen. Leider begann wenige Tage später die gefürchtete Klausurenphase – doch natürlich  hatten sich die Aktiven im Semester darauf gut vorbreitet und somit stand dem Erfolg nichts im Wege.

Ringen um die Digitale Lehre: Bbr. Marcel Neu v/o Matze setzte sich Anfang des Jahres in seinem Beitrag mit dem Urheberstreit über die digitale Lehre auseinander (nachzulesen in Unitas 2/2017 S.106f.), wozu passend einige von uns auch das Kroneseminar in Berlin (nachzulesen in Unitas 2/2017 S.122f.) besuchten. Zum Thema „Deutschlands Verantwortung in Europa und in der Welt – Grundsätze der katholischen Soziallehre und politisches Handeln heute“ war besonders das Gespräch mit Ministerialdirigent Dr. Guido Heinen, Leiter des wissenschaftlichen Dienstes beim Deutschen Bundestag, interessant. Mit ihm redeten wir über „Propaganda, »Fake-News« und Lobbyismus – Das Ringen um Fakten in Medien, Wissenschaft und Politik“ und erhielten einen Einblick hinter die Kulissen und Arbeitsweisen des wissenschaftlichen Dienstes.

Sommersemester 2017

Philipp Rachor v/o Ina (stud. Geschichte) war der Senior unseres 194. Semesters und stellte ein fulminantes Programm zusammen, bei dessen Durchführung er von Consenior Mathieu Dannenmayer v/o Amatheus (stud. Maschinenbau) unterstützt wurde. Der Fuxenstall unter der Leitung des Fuxmajors Bbr. Manuel Gros v/o Wolfgang (stud. Psychologie) war mit den vier Fuxen Adam Kulpa (stud. Elektrotechnik), Maximilian Zoll (stud. Geschichte & prom. Politikwissenschaften), Damian Seikel (stud. WIMB) und Daniel Brandt v/o Schäuble (stud. Elektrotechnik) gut gefüllt.

In seiner Prinzipienrede der Ankneipe setzte sich der Senior mit dem Roman „Der Untertan“ von Heinrich Mann auseinander, sprach über die Aktualität von studentischen Traditionen im 21. Jahrhundert und wägte verschiedene Faktoren kritisch gegeneinander ab. Zum Schluss betonte er die Weltoffenheit und Toleranz, die uns Unitarier auszeichnet.

 

 

Wissenschaftliche Sitzungen

Zahlreiche Wissenschaftliche Sitzungen und einige Ausflüge füllten das Semester. Zum Auftakt lauschten wir den Worten des ehemaligen Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Dr. Johannes Gerster, MdB a.D., der über die Geschichte und Perspektive Israels sprach. Einleitend bezeichnete er Israel als ein sehr junges und dynamisches Land, was sich an seinem Durchschnittsalter von „nur“ 28 Jahren festmachen ließe. Zum Vergleich: In Deutschland liegt das aktuelle Durchschnittsalter bei 46 Jahren. Des Weiteren bezeichnete er Israel, trotz seiner geographischen Lage in Vorderasien, als ein mehr europäisch als arabisch geprägtes Land. Dies sei beispielsweise nicht nur durch die demokratische Regierungsform Israels zu erklären, sondern ferner ist Israel der einzige jüdische Staat der Welt. Bekannt ist Israel auch durch seine Stärke in Wirtschaft und Wissenschaft, was an einem hohen Bruttosozialprodukt und international anerkannten Hochschulabschlüssen zu erkennen ist. Dem gegenüber stehen aber auch einige Konflikte. Dies seien auf der einen Seite innere Konflikte, wie beispielsweise die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Ausprägungen der jüdischen Religion, der Streit zwischen der mehrheitlich jüdischen und minderheitlich muslimischen Bevölkerung (Palästinenser) oder die unterschiedlichen Ansichten von Neu- und Altbürgern. Auf der anderen Seite stehen äußere Konflikte, welche vor allem in der geographischen Lage Israels begründet sind. So liegt Israel als Nachbarland Syriens inmitten eines aktuellen Konfliktgebietes. Verschiede Gegensätze führte er weiter aus. Zum Schluss des Vortrages beleuchtete Dr. Johannes Gerster die Frage, wann es in Israel Frieden geben könne und was dafür geschehen müsse. Hierzu nannte er fünf Aspekte. Zunächst müsse die arabische Welt den Staat Israel anerkennen. Weiterhin müsse der Streit um neue Grenzen geführt werden. Die Europäische Union müsse sich in dieser Auseinandersetzung neutral verhalten. Andere dritte Kräfte sollten sich aus dem Konflikt heraushalten. Und schließlich müssten beide Parteien in Israel bereit für Kompromisse sein, welche dann geschlossen werden müssten.    
Es folgte eine ebenso brisante Wissenschaftliche Sitzung mit dem Titel Faszination Trump in der Bbr. Paul Grewe v/o Kevin (stud. WIMB) die binäre amerikanische Berichterstattung betrachtete und für einigen Diskussionsstoff sorgte. Ebenso die WS Einsatztaktiken und die Zukunft der Feuerwehr von Bbr. Daniel Brandt fand bei den Aktiven Anklang.

In der Wissenschaftlichen Sitzung zum Thema Lerneffizienz und Lernmethoden informierte Bbr. Kai Suchanek v/o Mimmie informativ und praxisnah über Lerntechniken und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Universität sowie im Alltag. Begonnen hat er mit dem zentralen Element für ein effektives Studium, der Planung. In diesem Zusammenhang sollen sich Ziele gesetzt und diese in Meilensteine unterteilt werden. Im nächsten Schritt ist es sinnvoll, diese Meilensteine mit einem Fälligkeitsdatum zu versehen. Dies ermöglicht einem im Laufe des Semesters einzuschätzen, wie viel in den jeweiligen Phasen zu leisten ist. Anschließend wurden einige Lernmethoden besprochen, wie beispielsweise die Fayneman-Technik, Assoziationsketten, die Loci-Methode oder die berühmte Methode des Gedächtnispalastes, welche sogar Sherlock Holmes in seiner neuen Serie zu nutzen pflegt. Doch nicht nur Lerntechniken an sich, sondern auch Aspekte in Bezug auf die Lernumgebung oder Musik als Lernhilfe wurden besprochen. Anschließend stellte Mimmie noch einige Methoden für die Lernkontrolle sowie Feedbacktechniken vor. Im Zeitalter der Digitalisierung gibt es zahlreiche Programme, die beim Lernen und bei der generellen Effizienz unterstützen. Auch einige dieser Apps wurden vorgestellt, darunter beispielsweise Trello, ein Projektmanagement-Werkzeug, oder der Pomodoro-Timer, welcher es ermöglicht, sich störungsfrei zu konzentrieren. Jetzt liegt es an jedem selbst diese Techniken umzusetzen, denn wie schon Konfuzius sagte: ,,Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass mich tun und ich verstehe.”

Im Zuge der letzten Wissenschaftlichen Sitzung des Sommersemesters von Bbr. Jonas Sperling Mailand im Schatten der Aristokratie nahm er die Zuhörer auf eine fast 1600 - jährige Reise mit. Anhand von fünf verschiedenen Epochen haben wir die Entstehung und Entwicklung der italienischen Metropole erschlossen. Die Reise führte von der Christianisierung unter Bischof Ambrosius über die Bedrohung Mailands durch das Borgia-Papsttum zur Entwicklung einer modernen Finanzmetropole. Am Schluss war allen anwenden Bundesbrüdern klar, dass Mailand nie im Schatten seiner Aristokraten verwelkte, sondern stets unter der Organisation seiner selbstbewussten Bürger erblühte.

Palatia on Tour

Zu Beginn des Semesters stand eine Exkursion zur Liberalen Synagoge Darmstadt an. Während des Aushebens der Baugrube für den Bau des Klinikums im Oktober 2003 wurden die Überreste der Liberalen Synagoge wiedergefunden. Im Jahr 2004 wurde dann beschlossen, eine Gedenkstätte zu errichten, die am 9. November 2009 eröffnet wurde. Dass die Gedenkstätte unter einem Krankenhaus liegt, ist einzigartig in Europa. Die Liberale Synagoge wurde von 1873 bis 1876 erbaut. Der Baustil ist neuromanisch mit orientalischen Einflüssen und der imposante Sakralbau überragte die Dächer Darmstadts. Er besaß vier kuppelbekrönte Ecktürme, die vierundzwanzig Meter hoch waren. Rote Sandsteine zierten die Außenflächen. Zink verkleidete die Türme und Schiefer verkleideten die Dächer des Schiffs. Eine Besonderheit der Synagoge war die Orgel. Dieses Instrument hätte es in einer Orthodoxen Synagoge nicht gegeben und unterstreicht die Liberalität der Synagoge. Der Rabbiner Julius Lansberger war Berater vom Großherzog, der die Synagoge 1876 einweihte. Vom 9. auf den 10. November 1938 im Zuge der Reichspogromnacht wurde die Synagoge gewaltsam von den Nazis zerstört. Damit wurde auch das Judentum in Darmstadt ausgelöscht, was einen großen kulturellen, wirtschaftlichen und auch wissenschaftlichen Verlust bedeutete.

97. Stiftungsfest, Renovierungen & Festschrift

Zum Begrüßungsabend durften wir zahlreiche Alte Herren mit ihren Ehefrauen bewirten, und als wäre dies noch nicht genug freuten wir uns auch über ein halbes Dutzend Kinder, die von den Aktiven unterhalten wurden und diese auf Trapp hielten. Schon am nächsten Morgen fand eine produktive Hausbauvereinssitzung statt, auf der beschlossen wurde, Geld beim ZHBV zu leihen, um anstehende Renovierungen durchführen zu können. Der HBV-Vorstand unter Bbr. Ingo Lenz wurde beauftragt, verschiedene notwendige Arbeiten in die Wege zu leiten, um den Bundesbrüdern und Bundesschwestern aus der ganzen Republik für die Generalversammlung 2020 ein ordentliches und anschauliches Haus präsentieren zu können.       
Auch auf der anschließenden Altherren-Vereinssitzung setzte sich der Tatendrang fort. Bis zum 100. Jubiläum der Palatia soll eine Festschrift entstehen. Die Leitung dieses Projektes übernimmt Bbr. Matthias Fischer v/o Alfred. Unterstützt wird er in seiner Arbeit von den BbrBbr. Philipp Rachor v/o Ina, Jan Zimmermann v/o Udo und Maximilian Zoll. So wurden zu Beginn bereits alte Programme eingescannt und das Archiv nach brauchbaren Schriften, Dokumenten und Fotos durchsucht. Die Datenlage von 1985 bis heute erweist sich bisher als gut. Der Zeitraum von 1960 bis 1970 lässt sich ebenfalls einigermaßen rekonstruieren. Schwieriger gestaltet es sich mit Informationen vor 1960. Ein erster Versuch jedoch, die alten Protokolle zu lesen, war bereits erfolgreich und das Unitas Wiki konnte bereits aktualisiert werden. Sollte jemand hier etwas beitragen können (Fotos, Bilder, Anekdoten), bitten wir darum, mit uns Kontakt aufzunehmen. Besonders Bilder und Rundschreiben sowie Programme von vor 1985 sind herzlich willkommen!           
Auf dem Festkommers am Abend referierte schließlich unser Ehrensenior Bbr. Matthias Brunner über das Martinsviertel, in dem die Palatia wohnt. Er machte uns vertraut mit der historischen Entwicklung des Viertels von einer vor den Stadtmauern liegenden Vorstadt für die Beamten und die Hofbevölkerung mit Giebelhäusern, die zum Großteil auch in der Brandnacht vom 11. September 1944 verschont wurden (und daher bis heute zu sehen sind), über die typische Gründerzeitbebauung bis zu seiner heutigen Sanierung mit gescheitertem Verkehrskonzept. Zeitgleich wies er auf die ein oder andere Sehenswürdigkeit vor der Haustür hin, wie den Faselstatt oder das achteckige Haus, die auch heute noch im Martinsviertel zu finden und zu bestaunen sind.
Am Sonntagmorgen feierten wir zusammen mit unserem Hochschulpfarrer Stephan Weißbäcker das Vereinsfest zu Ehren des Heiligen Bonifatius. Nach gemeinsamem Frühstück lauschten wir Pfarrer Weißbäcker, der über Luther aus katholischer Perspektive referierte. Er ging dabei zunächst auf die Zeit von Martin Luther ein und verdeutlichte seine Anliegen, bevor er auf die Antworten der Katholischen Kirche und schließlich auf die ökumenische Aktualität überging. In seiner Schlussbemerkung stellte Stephan Weißbäcker fest, dass die heutige Herausforderung für Andere oft nicht der Unterschied der Kirchen ist, sondern bereits die reine Existenz Gottes fremd geworden ist. Daher sei es umso wichtiger geworden, das Christentum in den öffentlichen Bereich zurück zu drängen.

Soziales Projekt

Nachdem unser altes soziales Projekt bei Tobanik e.V. in den vergangenen Jahren ausgelaufen war, wendeten wir uns einem neuen Projekt zu. Wir wollten den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Darmstadt bei seinem Zirkusprojekt für Jugendliche unterstützen. Am Samstagmorgen, den 23. September 2017, pünktlich um 9 Uhr, machten sich mitten in den Semesterferien sechs unerschrockene und arbeitswillige Bbr.Bbr. der Unitas Palatia auf den Weg, um dem BDKJ Darmstadt beim Abbau des Zeltes ihres Zirkus Datterino zu helfen.             
Der Zirkus Datterino ist ein Projekt des BDKJ Darmstadt und ist seit seiner Gründung im Jahre 2000 fester Bestandteil der Darmstädter Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Hier lernen sie die faszinierende Welt des Zirkus kennen. Sie tauchen ein in eine andere Welt und werden beispielsweise zu mutigen Trapezartisten und Kugelläufern, Clowns mit roten Nasen oder großartigen Zauberern. Angeleitet werden die Teilnehmer dabei von erfahrenen Zirkus- und Theaterpädagogen, welche die Teilnehmenden in verschiedenen Zirkusdisziplinen unterrichten und eine Abschlussvorführung mit ihnen vorbereiten. Körperliche, psychische, soziale oder gar finanzielle Voraussetzungen spielen keine Rolle, im Zirkus Datterino kann jeder an der Welt des Zirkus teilhaben und findet bestimmt die richtige Disziplin.          
Unter freiem Himmel und strahlendem Sonnenschein halfen die Palaten nebst anderen Freiwilligen auf dem Außengelände des Forsthauses Fasanerie. Im Angesicht des Schweißes der eigenen Muskelkraft konnten die Planen abgehängt und  gesäubert werden. Mit Hilfe eines Teleskopgabelstaplers wurden sie in einem Container eingelagert. Und so kam es, dass bis zur Mittagspause alle Planen in Säcke verpackt, die Zeltstangen im Container gelagert und der Zeltboden aufgetürmt wurden. Nach einer erholsamen Mittagspause mit Pizza und kühlen Getränken sowie Kaffee und Kuchen ging es an den Endspurt. Planen mussten noch verstaut werden, der Mast abgelassen und die Bodenwaben an der Mauer gelagert werden. Dank vieler motivierter Helfer und dem Gabelstapler war das Zelt auch schon um kurz vor 16 Uhr abgebaut und verstaut. Das Ende des erfolgreichen Arbeitstags stand vor der Tür. Dieser Tag war, wie alle Unitarier einstimmig fanden, ein produktiver und sie beschlossen auf dem nächsten Convent, die Idee zu unterstützen, auch langfristig im Rahmen von  Unitas 3.1 die Zirkusgemeinschaft beim Auf- und Abbau des Zeltes als festes soziales Projekt zu unterstützen.

Beginn des Wintersemesters 2017/18

Das 195. Semester wird  geführt durch den hohen Senior Bbr. Mathieu Dannenmayer (stud. Maschinenbau). Unterstützt wird er von Consenior Bbr. Philipp Meyer (stud. Maschinenbau). Der Fuxmajor Bbr. Philipp Rachor (stud. Geschichte) durfte sich direkt zu Beginn des Semesters über die drei neuen Keilgäste Paul Zell, Dominik Lippok und Patrick Kortenbusch (alle stud. Maschinenbau) freuen.

Philistrierungen

Getrübt wurde die Freude davon, dass am Freitag, den 13. Oktober, direkt sieben Burschen das Aktivenleben verließen. Einige Tage später folgte ihnen noch ein weiterer, der leider zuvor erkrankt war. Wir verabschiedeten: Robert Blessing v/o Babba, Christian Brell v/o Dido, Florian Feuerstein v/o Lui, Peter Hallam v/o James, Ulrich Immel v/o Conny, Marcel Neu v/o Matze, Frank Schulz v/o Diter und Jan Zimmermann v/o Udo. Wir wünschen ihnen für ihr berufliches und privates Leben alles Gute und Gottes Segen. Wir freuen uns schon, euch als Alte Herren auf unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

Wissenschaftliche Sitzungen

Zum Ende des Jahres durften wir noch zwei Wissenschaftliche Sitzungen erleben. Bbr. Maximilian Zoll referierte über Echnaton und den Aton-Kult. Er führte in die grundsätzlichen Götterbilder der Ägypter ein und hob die Sonne als wichtiges göttliches Symbol hervor. Anschließend zeigte er, wie sich Echnaton von den vorherigen Pharaonen unterschied und wie er versuchte, ein monotheistisches Gottesbild zu verankern, was ihm jedoch nicht nachhaltig gelang. Zum Abschluss stellte er einige vorsichtige Thesen auf, welche Elemente  des  Aton-Kultes sich heute im christlichen Glauben wiederfinden lassen könnten.

Noch näher beschäftigten wir uns mit dem Christentum bzw. der Fragestellung Was glauben Christen? auf einer Wissenschaftlichen Sitzung mit Prof. Christoph Ohly, die zusammen mit der KHG Darmstadt stattfand. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis brachte uns Prof. Christoph Ohly seinen Vortrag „Gott ist Liebe“ näher. Der Mittelpunkt dieser Liebe ist jedoch nicht abstrakt, sondern stets ein personelles Verhältnis zu Gott, wie Prof. Dr. Ohly betonte. In diesem Zusammenhang ist aber auch der eigene Glaube zu Gott besonders wichtig, denn Prof. Dr. Ohly hob hervor, dass gläubigen Menschen vor allem in der säkularisierten Welt des 21. Jahrhunderts oft die Vernunft (und die damit einhergehende Vernunftbegabung) abgesprochen werde und sie sich für ihren Glauben zu rechtfertigen hätten. Ist es dann also heute noch „vernünftig“ zu glauben oder anders gefragt: Kann man heute noch an Gott glauben? Mit einem klaren Ja beantwortete Prof. Dr. Ohly die Frage, denn (1) Glaube ist einfach; (2) Gott ist Ursprung und Ziel des Lebens und (3) Glauben ist Begegnung zwischen Gott und dem Menschen. Wer also glaube, sei nie allein! Glauben und Vernunft sind Seiten der gleichen Medaille und als inhärente Bestandteile des Lebens zu verstehen statt als sich ausschließende Gegenpole!

Gedenken

Nachdem sich die Palaten in den vorangegangen Jahren als äußerst robust gezeigt hatten und nur wenige Abgänge verzeichnet wurden, mussten wir im vergangenen Jahr leider den Tod von fünf Bundesbrüdern betrauern. 2017 verstarben die Bundesbrüder Erwin Basting, Prof. Dr. Paul Steinebach, Otto Kippes, Theo Frey und Arno Theves. Besonders gedachten wir ihnen in einem Gottesdienst für unsere verstorbenen Bundesbrüder am 9. November. Wir danken für euer Engagement und erinnern uns gerne an die vielen schönen Stunden mit euch.

Palatia on Tour

Zum Aktiventag nach Eichstätt fuhren wir dieses Jahr mit zwölf Bundesbrüdern. Angelehnt an den DOCAT stand der Aktiventag unter dem Titel „Do it! – Die katholische Soziallehre". In fünf Workshops beschäftigten wir uns mit Themen rund um die Katholische Soziallehre. Schlagwörter lauten: Personalität – Personenwürde; Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit; Wohlstand, Gerechtigkeit und Arbeit; internationale Gemeinschaft oder Umwelt. Die Referenten waren Bbr. Simon Heindl, Dr. Michael Hainz, Bbr. Prof. Dr. Frank Zschaler, Tobias Thomala und der Dipl.-theol. Sebastian Kistler. Neben den informativen Workshops und guten Diskussionen feierten wir einen schwungvollen Kommers. Am nächsten Morgen nach der Heiligen Messe und einem Weißwurstfrühstück traten wir die Heimreise an.

Am ersten Dezemberwochenende führte uns eine Fuxenfahrt nach Heidelberg zu e.lb. Unitas Ruperto Carola. Nach einem kleinen Begrüßungsabend und umfangreicher Stadtführung mit Besichtigung des Heidelberger Schlosses schlugen die Füxe gemeinsam eine gelungene Fuxenkneipe, die zum Vergnügen aller Gäste etwas chaotisch verlief.

Vereinsfest

Am darauf folgenden Wochenende tagte die GV2020-Plannungskommission zum ersten Mal. Bbr. Torsten Waibel wurde zum Vorsitzenden gewählt. Komplettiert wird das GV-Vorbereitungsteam durch die BbrBbr. Simon Schäfer, Kai-Michael Höver und Christoph Baumann.  
Im Anschluss führte der hohe Senior gekonnt durch die Nikolauskneipe und hob in seiner Prinzipienrede besonders das Lebenswerk des Nikolaus von Myra hervor. Nach zu kurzer Nacht feierten wir gemeinsam das Vereinsfest zu Ehren der Heiligen Maria Immaculata. Nach dem Gottesdienst in St. Elisabeth erwartete uns ein gutes Frühstück und ein spannender Festvortrag vom Aktivenvertreter Süd-West Bbr. Maximilian Pfad zum Thema „Tod – Ende oder Neubeginn“. In seinem Vortrag schaffte er es, uns neu auf das Thema Tod blicken zu lassen.         

Gemütlich endete das Jahr mit einer besinnlichen Roratemesse und einer kleinen Weihnachtsfeier adH.

Zusammengetragen und verfasst von Bbr.Bbr. Jan Zimmermann und Maximilian Zoll