Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Übersicht

Die 135. Generalversammlung ist Geschichte

21.05.2012

110-Jähriges der UNITAS Winfridia war ein großes Fest

MÜNSTER / ESSEN. "Bitte steht zur UNITAS - wir versprechen: Wir stehen auch zu Euch!" wandte sich der Altherrenbundsvorsitzende Dr. Dr. Thomas Lohmann zum Schluss der Generalversammlung (GV) an die anwesenden Priester und Bischöfe. Ein heiterer und zugleich programmatischer Festakt zum Thema der GV in Münster beschloss am Mittag ein großes Fest.

Zahlreiche Beschlüsse beweisen, dass sich der älteste katholische Studentenverband Deutschlands in ein neues Zeitalter aufmacht: Gleich zwei Studentinnenvereine übernehmen in den nächsten beiden Jahren das Präsidium. Es sind die Bundesschwestern der UNITAS Elisabetha Thuringia aus Marburg und die UNITAS Maria Magdalena aus Heidelberg. Bundessschwester Annette Kaufmann löst als Nachfolgerin die bisherige Vorsitzende des Hohe-Damen-Bundes, Dr. Claudia Bellen ab.

Dieter Krüll ist Ehrensenior des Verbandes

Mit der Wahl des neuen Geschäftsführers Claudius Mink von UNITAS Kurpfalz Heidelberg (Stellvertreter: Karl-Ludwig Wunder) ging zugleich eine Epoche in der Verbandszentrale zu Ende. Dieter Krüll, der in den vergangenen 12 Jahren diese Aufgabe mit rheinischer Begeisterung und großeer Akribie übernommen hatte, wurde mit der höchsten Auszeichnung des Verbandes geehrt. Er ist in der fast 160-jährigen Verbandsgeschichte der vierte Unitarier, der mit überwältigendem Applaus zum Ehrensenior der UNITAS gewählt wurde.

Ermutigung im Glauben und Sendung in die Welt

Erster Höhepunkt am Freitag war nach einem anstrengenden Tagungsproramm der große Festkommers in der Halle Münsterland mit Festrede von Weihbischof Wilfried Theising, der zu seiner Winfridia aus Xanten herbeigeeilt war. Nachdrücklich ermutigte er zu einem klaren und überzeugenden Bekenntnis des christlichen Glaubens in Leben und Alltag. Wie die christliche Sendung in der und in die Welt aussehen muss, unterstrich am Sonntag Bbr. Kardinal Reinhard Marx. Beim Festakt im Stadttheater betonte der ebenfalls der UNITAS Winfridia angehörende Erzbischof von München und Freising, dass die katholische Soziallehre kein musealer Restbestand aus Zeiten der starken gesellschaftlichen Präsenz der Kirche in früheren Zeiten sei. In all den durch einen entfesselten Kapitalismus dramatisch beschleunigten Fragen von heute und morgen seien ihre sozialethischen Fundamente aktuell wie eh und je.

Bereits in seiner Predigt im Pontifikalhochamt in St. Martini hatte er die Gottesliebe und die Liebe zum Nächsten als untrennbar bezeichnet. In seiner Ansprache im Stadttheater forderte Marx mit Nachdruck die Christen in Deutschland zu einer "mentalen Wende" und mehr Zuversicht auf. "Beherzt und mit Freude" müsse man sich den Fragen der Zeit stellen, so der Vorsitzende der Europäischen Bischofskonferenz, der dringend davor warnte "geistig zu kapitulieren". Die große christliche Idee bleibe der Bezugspunkt für die westliche Zivilisation. Niemand könne einen Aufbruch wagen, der ängstlich sei. "Wir sind nicht die Nachhut, sondern die Vorhut der Geschichte", erklärte der Kardinal. Aufgabe der katholischen Soziallehre sei heute, eine globale soziale Marktwirtschaft zu entwerfen. Unter Vorbildern für beherztes und selbstbewusstes gesellschaftspolitisches Handeln nannte er unter anderem den "Arbeiterbischof" von Ketteler und die eng mit dem UNITAS-Verband verbundenen Politiker Ludwig Windthorst und Robert Schuman. Zugleich erinnerte er auch an den ersten Professor für die Soziallehre der Kirche, Franz Hitze in Münster.

Wer Bilder und erste Zusammenfassungen sucht, wird nicht enttäuscht werden. Noch etwas Geduld! Für Facebook-Nutzer war das Ereignis in den vergangenen vier Tagen bestens dokumentiert worden: In zahllosen Meldungen berichtete Bbr. Paulus-Johannes Mocnik, GV-Pressechef von UNITAS Winfridia über den Verlauf der Tagung. Bislang noch schier unübersehbares Material, auch bewegte Bilder werden weiter zu sichten sein. Und ein kleiner Film mit Impressionen ist in Arbeit, bevor in der Verbandszeitschrift auch mehr zu den Beiträgen aus der Podiumsdiskussion mit Prof. Lothar Roos, Staatsekretär a.D. Dr. Jürgen Aretz und Christian Poplutz berichtet werden ...