Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


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Trauer um Bbr. Dr. Dr. Thomas Lohmann

Von:  Unitas-Verband

19.07.2019

Der Unitas-Verband trauert um seinen ehemaligen Vorsitzenden des Altherrenbunds Bbr. Dr. Dr. Thomas Lohmann.

Bundesbruder Lohmann ist in der Nacht auf den 17. Juli 2019 friedlich eingeschlafen und im Alter von 57 Jahren zum himmlischen Vater heimgekehrt. Der langjährige Vorsitzende des Unitas-Altherrenbundes hatte die letzten fünf Monate im Hospiz in Regensburg gelebt. Herzlich-offen und kantig zugleich, war er vielen Bundesgeschwistern ein Vorbild. Er war ein politischer, aber nicht zuletzt auch ein geistlicher Mensch, der seine Kirche liebte. Sein Glaube hat ihm geholfen, seine schwere und zuletzt tödliche Krankheit über Jahre mit Würde zu tragen, dabei seine Ämter in großer Verantwortung wahrzunehmen, sich zugleich voller Hoffnung immer neuen medizinischen Eingriffen zu stellen und sich in seinen letzten Lebensmonaten zuletzt bewusst und vorbereitet in das Unausweichliche fallen zu lassen.

Thomas Lohmann wurde 21. Juni 1962 geboren und wuchs in Essen-Heisingen auf. Im Sommersemester 1986 wurde er bei der Unitas-Salia in Bonn rezipiert.  Er lebte das Prinzip des Lebensbunds und der unitarischen Gemeinschaft: Er war Mitglied bei Unitas Vindelicia Augsburg, Unitas München, Unitas Erlangen-Nürnberg, Unitas Ratisbona und auch bei Unitas Ruhrania. Auch vielen weiteren Vereinen war er freundschaftlich verbunden. Er war stetig und kämpferisch für die Ziele der Unitas unterwegs. Fast 20 Jahre hat er sich aktiv für den Unitas-Verband und sich in dessen Vorstand engagiert. Er war lange Zeit Mitglied im Geistlichen Beirat, übernahm den stellvertretenden Vorsitz des Altherrenbundes und war von 2011 bis zu 2019 dessen Vorsitzender. Der Verband würdigte seine Verdienste durch die Verleihung der silbernen Unitas-Nadel.

Beerdigung mit unitarischem Geleit

Unter einer sehr großen Anteilnahme vieler Bundesbrüder und Bundesschwestern, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren, nahm die unitarische Familie am 26. Juli in Wolfratshausen Abschied von unserem lieben Bbr. Dr.Dr. Thomas Lohmann.

Das Requiem, zelebriert von unserem lb. Bbr. Ralph Linnartz und den Konzelebranten, Bbr.Bbr. Stephan Wingen, Helmut Kraus und Johannes Hofmann entsprach ganz dem Lebenswillen des Verstorbenen, der diesen Abschied mit Bbr. Linnartz abgesprochen und vorbereitet hatte. In seiner Predigt umriss Bbr. Linnartz das Leben und Wirken von Bbr. Lohmann, der in mehr als 25 Jahre kannte und seinen Lebensweg begleitet hatte. Er charakterisierte Bbr. Lohmann als jemand, der seinen Weg mit aufrechtem Gang gegangen sei. „Das hat es ihm nicht immer leicht gemacht im Leben. Und: Diese Seite an ihm hat ihm nicht nur Freunde gemacht“, so Bbr. Linnartz. Thomas habe das Leben geliebt und gerne gelebt. Er sei dabei aber durch und durch Realist geblieben, auch im Zeichen seiner Krankheit und er sei in seinen Ansichten wertekonservativ gewesen und habe seine geistige Heimat in der Unitas gefunden.

In den Trauerreden würdigten Bbr.Bbr. Karl-Heinz Sieber und Dr. Winfried Gottschlich den Verstorbenen als Freund und seine Verdienste um die Unitas. Den Grund, warum Bbr. Lohmann ihn und Bbr. Winfried Gottschlich für die Ansprachen ausgewählt hatte erwähnte Bbr. Sieber zu Beginn: „Kürze und Verzicht auf jede Lobhudelei.“ Dem wurde die Ansprachen gerecht und zeichneten das Bild des gradlinigen, aufrecht gehenden und sich für die Unitas einsetzenden Bundesbruder weiter. Bbr. Sieber wie er seinen unitarischen Weg bestritten habe. 1988 rezipiert bei der Unias-Salia, kam er im Wintersemester 1988/89 zur Vindelicia Augsburg und promovierte 1992 das erste Mal in Augsburg. 1996 promovierte er ein zweites Mal an der Technischen Universität Graz und beendete damit seine wissenschaftliche Laufbahn.

Sein beruflicher Werdegang verschlug ihn nach München und später nach Regensburg, überall wurde er unitarisch aktiv und B-Philister in den jeweiligen Vereinen. Bei dieser breiten Verankerung in der Unitas lag es nahe, dass er sich irgendwann auch auf Verbandsebene engagierte. 2001 wurde er stellvertretenden Vorsitzenden des Altherrenbundes und wurde 2011 dessen Vorsitzender, bis seine Krankheit ihn Anfang des Jahres zwang sich zurückzuziehen. Er war Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, wo er seine Werte leidenschaftlich vertrat, gegen allzu heftige Modernisierungswünsche.

Bbr. Winfried Gottschlich, Biervater des Verstorbenen, beleuchtete seinen Lebensweg als enger Freund und Begleiter bis zu seinem Ende. „Ich glaube, sein Hoffen hat es ihm ermöglicht, sein Schicksal anzunehmen und in seinem Sinne zu gestalten. Nie hat er mir gegenüber gehadert oder lamentiert. Das zeigt seine Größe. Viele die ihn in letzter Zeit besucht oder gesprochen haben, haben mir von seiner Anteilnahme und den guten Gesprächen mit ihm berichtet. Er sei wie immer gewesen, er habe gerne zum Essen eingeladen, habe gerne über Politik gesprochen und sich gesorgt, wie sich der Unitas-Verband weiterentwickeln würde“, so Bbr. Winfried Gottschlich.

Begleitet von Chargenteams der Unitas-Salia, der Unitas Ruhrania, der Unitas Vindelicia Augsburg, Unitas München, Unitas Frankonia Eichstätt sowie unserem Vorort, einer lb. Unitas Landshut Köln, wurde Bbr. Lohmann zu seiner letzten Ruhestätte geleitet.

Möge er in Frieden ruhen.