Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Übersicht

Uns schickt der Himmel

Von:  BOEN

10.06.2019

Vom 23.-26. Mai war es wieder soweit: die 72-Stunden-Aktion des Bund der Katholischen Deutschen Jugend (BDKJ) stand vor der Tür. Über 160.000 Mitwirkende in knapp 3.4000 Gruppen nahmen deutschlandweit an der Aktion teil. Auch im Unitas-Verband, der als Gründungsmitglied im BDKJ vertreten ist, engagierten sich zahlreiche Vereine in lokalen Aktivitäten der BDKJ Diözesanverbände. Während die Aktiven in Karlsruhe den Stadtteil Grötzingen aufhübschten, installierten die Gießener Unitas-Vereine zwei neue Spielgeräte in einem örtlichen Kindergarten. Auch in Erfurt und Münster war die Unitas aktiv: die Gartenanlagen örtlicher Seniorenresidenzen waren hier das Projektziel.

Mach dein Dorf schöner: Parkbank-Renovationen in Grötzingen

Eine Premiere für die Unitas Franco-Alemannia: neben dem langjährigen sozialen Projekt im Herz-Jesu-Stift in Karlsruhe, hatte sich die Aktivitas dazu entschieden in diesem Jahr auch zusätzlich an der 72h-Aktion des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) teilzunehmen. Die Erneuerung und Restauration von Parkbänken im Stadtteil Grötzingen war die Aufgabe der teilweise über zehn fleißigen Freiwilligen für die drei Tage.

Die Aktion startete mit einem gemeinsamen Auftakt vor dem Karlsuher Schloss: Über 30 Gruppen aus dem Dekanat Karlsruhe hatten sich versammelt und bekamen vom Oberbürgermeister Frank Mentrup sowie Stadtdekan Pfarrer Hubert Streckert die Aufgabenpakete zugeteilt. Für die Karlsruher Aktiven standen am ersten Abend Erkundungen im Stadtteil Grötzingen sowie die Detailplanungen und Absprachen mit dem örtlichen Bauhof für die nächsten Tage an.

Früh am Freitagmorgen wurde der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück auf dem Karlsruhe Unitas-Haus begonnen, bevor es im Anschluss mit Rad, Bahn und Auto - ausgestattet mit Schlafsäcken und Isomatten für die nächtliche Einkunft im Schulhaus in Grötzingen - auf zum 72h-Ziel ging. Die ersten Bänke waren fernab der Bevölkerung auf dem Grötzinger Friedhof anzustreichen. Das milde Frühlingswetter und die Stille auf dem Gottesacker sorgten für ruhiges, aber hochkonzentriertes Arbeitsklima.

Der zweite Arbeitstag ging mit voller Handkarre öffentlichkeitswirksam mitten hinein ins Grötzinger Herz. Dort wurden nicht nur bestehende Parkbänke renoviert, sondern auch ein Hängesofa für den Grötzinger Baggersee vormontiert. Das bunte Treiben im Zentrum Grötzingens führte zu vielen netten Gesprächen mit der Bevölkerung. Nicht nur für das notwendige Material und Werkzeug war dank des ortsansässigen Bauhofs gesorgt, auch das örtliche Pizza- und Kebabhaus ließ es sich nicht nehmen die Freiwilligen an mehreren Tagen unentgeltlich mit Proviant zu versorgen - dafür ein herzliches Vergelt's Gott! Dass diese Aktion auch in der Altherrenschaft auf Zustimmung stieß, zeigten die spontanen Verpflegungs- und Mitmachbesuche einiger Alter Herren.

Die Bilanz nach 72 Stunden: 60+ renovierte Bänke, äußerst zufriedene und von der Aktion überraschte Bewohner in Grötzingen und eine erschöpfte Aktivitas. Nach drei Tagen Anstrengung klang die Aktion mit einer kleinen Andacht im Garten des St. Franziskus mit Vertetern der anderen 35 Gruppen des Dekanats Karlsruhe aus.

Für unsere Kinder: neue Spielgeräte in Gießen

Seit vielen Jahren engagieren sich die Studentinnen und Studenten von Unitas Maria Montessori und Unitas Cheruskia in Gießen bei der 72-Stunden-Aktion.
Die größte Aufgabe in diesem Jahr bestand im Bau einer Matschküche. Der Bau selbst war vom Projekt vorgeschrieben, bei der Gestaltung hatten die freiwilligen Helfer jedoch komplette Freiheit. Nach langem Schleifen, Streichen und Schrauben konnte der Bau dieser Küche am Sonntagmorgen erfolgreich beendet werden - die Bilder zeugen vom handwerklichen und künstlerischen Geschick der Gießener Aktiven.

Des Weiteren mussten die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Gießener Unitas-Vereine eine leere Holzwand zu einer "Spielewand" umfunktionieren - der Kreativität war dabei keine Grenzen gesetzt. Der Entschluss der Bundesschwestern und Bundesbrüder: die Holzwand zu einer großen Murmelbahn umzufunktionieren. Ein lokales Unternehmen, welches Bäder baut, sorgte für die kostenlose Bereitstellung einiger Rohre. Viele helfenden Hände, die ihrer eigenen Kreativität freien Lauf ließen, sorgten für ein gelungenes Resultat.

Die Feuertaufe mussten die neu konstruierten Spielgeräte bereits vor Ende der Aktion bestehen: am Sonntagnachmittag kamen Eltern und Kinder des Kindergartens zu einem Sommerfest zusammen. Als sich nach einer kleinen Ansprache die Kinder direkt mit Begeisterung auf die erbauten Projekte stürzten war klar, dass die Arbeit gelungen war!

Gartenbauaktivitäten in Erfurt und Münster

Mit einer Aktionsgruppe von sechs Personen unterstützte die Unitas Ostfalia das Deutschordens-Seniorenhaus im Erfurter Rieth. Nach einem gemeinsamen geistlichen Impuls mit dem Seelsorger des Seniorenhauses wurde der Rosengarten der Anlage gepflegt und auf Vordermann gebracht. Zusätzlich wurde das dort traditionell stattfindende Spargelessen für Bewohner und Angehörige durch Aufbau, Kellnern und Aufräumen begleitet.

Auch in Münster fröhnte man der Gartenkunst in einem Altenpflegeheim. Vertreter der Unitas Rolandia ließen es sich eine Woche vor der Generalversammlung nicht nehmen den Bewohnern des Perthes-Haus Münster zwei rückenfreundliche Hochbeete für die Anzucht von Krätuzern und Gemüse anzulegen. Die zentrale Lage direkt am Cafe des Pflegeheims führte zu vielen Begegnungen und Gesprächen mit den Bewohnern und bereicherte somit beide Seiten. Durch die so angelegten Beete ist es zukünftig auch mobilitätseingeschränkten Bewohnerinnen und Bewohnern des Perthes-Hauses möglich ihrem Hobby der Gärtnerei nachzugehen.

Doch warum?

Doch was bewegt junge Menschen Studium und Beruf für einige Stunden ruhen zu lassen und sich stattdessen sozial zu engagieren? Für viele ist die 72h-Aktion mittlerweile eine Herzensangelegenheit, manche Vereine haben die 72h-Aktion als ihr Soziales Projekt ausgerufen. Der Organisator der Karlsruher Aktiven Bbr. Robin Frietsch sagte dazu: "Ich empfinde es als meine Pflicht der Gesellschaft etwas zurückzugeben." Auf die Frage was sie aus den 72 Stunden mitnehmen würden, antworteten einige Füxe der Unitas Franco-Alemannia: "Man hatte mal etwas anderes als Uni im Kopf und erhielt von der Gesellschaft und den Bewohnern so viele positive Rückmeldungen - wir haben gemerkt, dass in einer Gesellschaft jeder über seinen Schatten springen kann, über sich hinauswachsen kann und seinen Teil zur Gemeinschaft geben kann." Auch der Vertreter des Unitas-Verbandes beim BDKJ, Bbr. Markus Hammerschmidt, freute sich bei der Generalversammlung über den Erfolg der Aktion: "Jedes Mal nehmen mehr Vereine an der Aktion des BDKJ teil. Ich hoffe wir können dieses Engagement auch in der Zukunft ausbauen und die 72-Stunden-Aktion zu einem zentralen Element der Semestergestaltung der einzelnen Unitas-Vereine machen."