Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


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Nord-Unitas lädt nach Lübeck

Von:  Unitas Tuisconia zu Hamburg

10.06.2018

HAMBURG / LÜBECK. Im 75. Todesjahr der „Lübecker Märtyrer“ lädt die Nord-Unitas nach Lübeck: Zu ihrem 99. Stiftungsfest hat die Hamburger Unitas Tuisconia die Initiative ergriffen und verbindet ihr Fest mit der Diözesan-Wallfahrt des Erzbistums Hamburg, die aus Anlass der Verurteilung und Hinrichtung der Lübecker Geistlichen am Samstag, 23. Juni, in die benachbarte Hansestadt Lübeck führt. Für alle Bundesschwestern und Bundesbrüder, die diesen Anlass für eine Reise in den Norden bereits nutzen wollten oder sich noch spontan dazu entschließen, ist damit ein gemeinsamer Treffpunkt geschaffen. Aktivitas und der AHV-Vorsitzende Bbr. Matthias Sacher freuen sich auf viele Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet.

Programm am 23. Juni

Die Aktiven und die Altherrenschaft im Norden versammeln sich an diesem Tag um 15 Uhr zur Teilnahme an der Wallfahrt zum Gedenken an die seligen Lübecker Märtyrer, die unter dem Leitwort „Ihr werdet meine Zeugen sein“ steht. Um 17 Uhr beginnt das Pontifikalamt mit Erzbischof Stefan Heße auf der Freilichttribüne. Für 19 Uhr ist für alle Unitarierinnen und Unitarier ein zentraler Treffpunkt gefunden: Im Gemeindehaus von St. Vicelin (Mönkhofer Weg 84, 23562 Lübeck) gibt es einen Empfang mit stärkendem Imbiss. Anschließend wird die Unitas Tuisconia mit allen Gästen ihr 99. Stiftungsfest feiern. Für den Festvortrag  haben sie Dr. Jürgen Wätjer, den Regens des Priesterseminars der Erzdiözese, gewonnen. Der Pastor im Pastoralen Raum Bille-Elbe-Sachsenwald und Diözesanrichter im Bischöflichen Offizialat der Diözesen Hamburg und Osnabrück hat seine Ansprache unter den Titel „Was sagen uns die Lübecker Märtyrer für die heutige Zeit?" gestellt.

Unsere seligen Bundesbrüder

2011 waren die von der Nazi-Justiz ermordeten katholischen Geistlichen der „Lübecker Vier“ in der Hansestadt seliggesprochen. Die zwei unitarischen Bundesbrüder unter ihnen stammten beide aus dem hohen Norden: Bundesbruder Johannes Prassek, geboren am 13. August 1911 in Hamburg und Eduard Müller, der am 20. August 1911 in Neumünster, Schleswig-Holstein, das Licht der Welt erblickte – beide gehörten der damals in Münster schließlich verbotenen Unitas Ruhrania an. Mit Kaplan Hermann Lange, mit dem sie als Seelsorger der Herz Jesu-Kirche tätig waren, und dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink wurden sie am 10. November 1943 im Hamburger Gefängnis Holstenglacis wegen öffentlicher Kritik an der nationalsozialistischen Herrschaft innerhalb weniger Minuten mit dem Fallbeil hingerichtet. Ein Jahr lang warten die vier Seelsorger in Gefängnissen in Lübeck und Hamburg auf den unausweichlich tödlichen Urteilsspruch: Am 23. Juni 1943, vor 75 Jahren, verurteilte sie der aus Berlin angereiste 2. Senat des Volksgerichtshofes wegen „landesverräterischer Feindbegünstigung“, „Wehrkraftzersetzung“, „Vergehen gegen das Rundfunkgesetz“ und das „Heimtückegesetz“ zum Tod – ein Unrechtsurteil, für das sich Hitler in klarer Absicht gegen die Katholische Kirche selbst eingesetzt hatte.

Mehrere Tausend erwartete Pilger werden am 23. Juni in der Sternwallfahrt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder sogar Kanu nach Lübeck aufbrechen. Dort wird bereits ab 12.00 Uhr das Programm beginnen, bei dem unter anderem an 150 gedeckten Tischen unter freiem Himmel eine gemeinsame Mahlzeit eingenommen werden kann. Geistliche Erkundungsreisen führen zu ausgewählten Orten in der Stadt, an denen die Lübecker Märtyrer lebten und wirkten, darunter das damalige Burgtor-Gefängnis, wo die Geistlichen auf ihren Prozess warteten. Für das Pilgern, Beten und Singen sind Texte der vier Märtyrer zur Meditation vorbereitet. Für Erzbischof Stefan Heße hat die Wallfahrt eine wichtige Bedeutung. „Auch in einer politisch schwierigen Situation waren sie überzeugt von ihrem Glauben“, dies sei die Botschaft der Märtyrer für heute.