Bild von Robert Schuman, gestaltet als Seitenhauptbild

„Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.“


Robert Schuman

„Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.“ Diese Weisheit aus unserem Kreise der unitarischen Gemeinschaft stammt von einem ganz besonderen Bundesbruder. Es war der Eingangssatz eines lieben Robert Schuman, französischer Außenminister, Europavater und Bundesbruder bei seinem wohlbekannten Schumanplan. Wie weit sich seine damalige Prognose bewahrheitet hat, zeigt nicht zuletzt der Friedensnobelpreis, den die Europäische Union im letzten Jahr überreicht bekam.

Aus den Trümmern des zweiten Weltkriegs, aus der Feindschaft der großen Mächte und der Suche nach Frieden war es unter anderem gerade unser lieber Bbr. Robert Schuman, der begriff: Die Lösung ist kein Gegeneinander, nur ein Miteinander kann zukunftsorientiert einen Wandel der Geschichte bringen.

Dass eine wirtschaftliche Abhängigkeit zugleich eine Friedenssicherung ist, möge zunächst absurd klingen, bedenkt man, dass oft doch gerade Expandierung und wirtschaftliche Stärkung Auslöser für grenzüberschreitende Streitigkeiten und Kriege waren. Und doch war es die Lösung bei der „Suche von Europa nach sich selbst“, wie es Schuman sagte. Und so führte es zur heutigen Vorstellung, in der ein Krieg auf europäischem Festland nicht einmal mehr in Erwägung gezogen wird.

Aus der damaligen Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) als erste supranationale Institution folgte schließlich die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die sich später zur Europäischen Gemeinschaft und letztlich zur Europäischen Union fortbildete. Ob Schuman sich das damals erträumt hatte, wissen wir nicht. Was er aber bewirkt hat, ist einmalig.

Wie weit er hierbei unsere Prinzipien verinnerlicht hat, zeigen auch seine folgende Worte: „Europa kommt es zu, einen neuen Weg aufzuzeigen: durch das Akzeptieren der Vielfalt von Zivilisationen, von denen jede den anderen mit gleicher Achtung begegnet.“

Zeitlos scheint diese Aufforderung zu sein - zum damaligen Zeitpunkt eine große Herausforderung vor dem Hintergrund des gerade zu Ende gegangenen Krieges, aber auch heute in den kleinen und großen Krisen der Europäischen Union.

(nach einer Kommersrede von Bbr. Lennart Neckenich, Unitas Ruperto-Carola Heidelberg, anlässlich des 113. Stiftungsfestes 2013)