Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Übersicht

Unitas Palatia stellte „Virtus“ in den Mittelpunkt

Von:  Unitas Palatia zu Darmstadt

27.08.2018

Im Sommer war wieder viel los in Darmstadt

 DARMSTADT.  Das Sommersemester startete mit einem Unternehmensplanspiel. Unter der Leitung von Prof. Bernd Dannenmayer testeten die Aktiven ihre Management-Qualitäten und erfuhren einige Tipps und Tricks, die zum erfolgreichen Führen eines Unternehmens hilfreich sind.

Auch freuten wir uns über eine gut besuchte Semesterantrittskneipe. Der hohe Senior Bbr. Philipp Meyer verdeutlichte in seiner Prinzipienrede, wie wichtig er das Prinzip der Virtus findet, unter die er auch sein Semester gestellt hat, wie man an den folgenden Wissenschaftlichen Sitzungen erkennen kann.

Wissenschaftliche Sitzungen

Den Auftakt machte Bsr. Anna Katharina Frerichmann. Das Thema des Vortrags war „Charismen - Christ sein heute.“ Da der Begriff Charisma ein Begriff ist, über den man auch im Alltag stolpert, wurde zunächst in einer Fragerunde besprochen, was das Publikum unter „Charisma“ versteht. Dabei kam unter anderem die Frage auf, ob wirklich jeder Mensch Charisma hat oder ob nur bestimmte Personen darüber verfügen. Danach wurde die theologische Definition von Charisma vorgestellt. Es handelt sich dabei um Geschenke des Hl. Geistes an jeden Einzelnen, welche als Talente, Begabungen u. Ä. zu erkennen sind. Ein Talent, eine Begabung u. Ä. kann allerdings noch nicht als Charisma betrachtet werden, weil es dafür des Einbringens dieser Fähigkeiten in der Gemeinde bedarf. Oder anders ausgedrückt: „Ein Talent wird zum Charisma, wenn es im Zwischenmenschlichen [in der Kirchengemeinde] fruchtbar gemacht wird.“ Ein weiteres Merkmal der Charismen ist die Tatsache, dass jeder Mensch über die Anlagen für Charismen verfügt. Daraus ergibt sich für die Gemeinden (im Besonderen für die Pfarrer der Gemeinden) u. a. die Aufgabe, die Ressourcen der Gemeinden im Sinne von verfügbaren Talenten und Begabungen aufzudecken und in die Gemeinden miteinzubringen. Dazu ein Zitat: „Alle Charismen, die in ihrer Verschiedenheit einander ergänzen, sollen so zusammenwirken, dass sie anderen nützen.“

Nachdem dies vorgestellt wurde, wurde das Publikum gebeten, mögliche Charismen der heutigen Zeit zu nennen. Einige der genannten Beispiele waren: Nächstenliebe, Redegewandtheit, Humor, Offenheit, Begeisterungsfähigkeit, Verlässlichkeit etc. Abschließend wurde von Bsr. Frerichmann dann noch ein Gedankenanstoß (einige Zitate von Papst Franziskus) gegeben, der zur gemeinsamen Diskussion anregte.

Die folgende WS hielt Bbr. Dominik Lippok über den Werdegang des Hl. Thomas von Aquin. Zudem erinnerte Bbr. Paul Zell in seiner WS an "Bbr. Romano Guardini - Ein bedeutender Theologe und Unitarier".

Wie es mittlerweile zur guten Tradition geworden ist, besuchte die Aktivitas auch in diesem Semester einen von der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Darmstadt veranstalteten Vortrag. Im Rahmen des Semesterthemas der KHG „Religionsfreiheit als Menschenrecht“ referierte Dr. Thomas Müller über weltweite Christenverfolgungen und die Arbeit seiner Hilfsorganisation „Open Doors“.

Zu Beginn seines Vortrags präsentierte der Referent ein römisches Graffiti aus dem dritten Jahrhundert nach Christus, um deutlich zu machen, dass Christen schon seit Beginn ihres Bestehens Verfolgungen ausgesetzt waren. Der Verfolgungsindex von „Open Doors“ schätzt die Anzahl der verfolgten Christen weltweit auf derzeit über 200 Millionen. Dr. Müller machte deutlich, dass diese Verfolgungen nicht ausschließlich staatlicher Art sein müssen. Als Beispiel für nicht staatliche Christenverfolgung kann Kolumbien genannt werden, wo die Verfolgungen hauptsächlich von Drogenkartellen oder Rebellengruppen ausgehen.

Dr. Müller stellte zum einen die rechtlichen Grundlagen vor, zum anderen berichtete er viele Beispiele aus verschiedenen Regionen der Welt. Ein Artikel und weitere Infos sind auf unserer Homepage (http://palatia.unitas.org/) zu finden.

98. Stiftungsfest

Das 98. Stiftungsfest brachte viele Ereignisse mit sich. So musste Bbr. Manuel Wagner nach fünf Jahren aus beruflichen und privaten Gründen von seinem Amt als AHV-Vorsitzender zurücktreten. An dieser Stelle: „Vielen Dank für Deine geleistete Arbeit!“.

Bbr. Dennis Ratzke wurde als sein Nachfolger gewählt und berichtete sofort über die geplante Neuanschaffung einer Vereinsfahne, um die Originalfahne aus den 1950er-Jahren zu ersetzen und die Palatia wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Zudem soll bis zum 100-jährigen Stiftungsfest eine Festschrift entstehen. Spenden hierzu sind gerne willkommen!

Auf dem Kommers sprach Bbr. Sebastian Sasse zum Thema „Die vierte Gewalt: Medien in Deutschland - zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Zunächst gab er dabei einen historischen Rückblick auf die Entstehung der Zeitungslandschaft in Deutschland, die zunächst durch verschiedene Weltanschauungen geprägt war, die mit der Zeit unternehmerischen Aspekten untergeordnet wurden.

Im zweiten Teil ging er auf den aktuellen Begriff „Lügenpresse“ ein, wobei er stattdessen den Begriff „Lückenpresse“ für angemessener hält. Er sprach dabei unter anderem über das Filterblasenproblem vieler Redaktionen bzw. der Sozialen Medien. In diesem Zusammenhang erläuterte er, dass fehlende kritische Haltung gegenüber den „neuen Medien“ letztendlich zum Misstrauen gegenüber den etablierten Medien führe. Zudem fragte er, ob die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht ihren Ethos verrieten und sich auf gesicherten Strukturen ausruhten, anstatt ausgewogen und informativ zu berichten. Wie man darauf reagieren kann, beantwortete Bbr. Sasse mit den „drei Hs“:

Haltung: Nennen bzw. Offenlegen des vertretenen Standpunktes einer Zeitung!

Hierarchie: Die Journalisten frei über die Inhalte entscheiden lassen, die öffentlich von ihnen diskutiert werden sollen und Widerstand gegen Beeinflussung durch einen Verleger.

Handwerkliche Prinzipien: Wahren des journalistischen Handwerkzeugs, also die Wahrheit der Fakten prüfen, Wiedergabe und Auswahl der Fakten nach Relevanz.

Im dritten und abschließenden Teil seiner Rede hebte Bbr. Sasse den „Unitarischen Kompass“ hervor, der uns die Richtung weist, um verantwortlich Informationen zu verarbeiten: Im Sinne der Scientia die logische Struktur erkennen, Brüche feststellen und bekannt machen. Im Sinne der Virtus Diskussionen nicht aus dem Weg zu gehen, der publizistischen Aufgabe des Unitariers nachzukommen und seine Möglichkeiten, sich einzubringen, wahrzunehmen. Schließlich endete der Vortrag im Sinne der Amicitia: Loyal zum Staat zu sein und sich im Sinne eines Staatsbürger-Freundschafts-Verhältnisses für das Gemeinwohl zu engagieren. Unitarier sein, heißt, sich seiner staatsbürgerlichen Instrumente zu bedienen und diese fürs Gemeinwohl einzusetzen.

Um dieses auch erfolgreich umsetzen zu können, wurde noch während des Kommerses unser Hausgast Simeon Schmitt feierlich rezipiert und die beiden BbrBbr. Maximilian Zoll und Adam Kulpa feierlich geburscht.

Wie das noch konkreter aussehen kann, versuchte am nächsten Tag Bbr. Mark Braun in seinem Vortrag „Automobilindustrie – die Angst vor dem Wandel“ zu veranschaulichen. Er sprach dabei über verschiedene Verkehrskonzepte und diskutierte mit uns Vor- und Nachteile der Elektromobilität und „Tür-zu-Tür-Anbindungen“, wobei er die Vielzahl von Anbietern und Diensten aufzeigte und versuchte, uns den Nutzen gemeinsamer Lösungen zu verdeutlichen.

Jan Zimmermann / Maximilian Zoll / Thomas Bellendorf / Philipp Rachor