Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Übersicht

141. Generalversammlung - Festakt, Festkommers und Pontifikalamt

Von:  Beirat für Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsförderung

21.05.2018

Festakt

Ungewohnt, weil normalerweise der Abschluss, startet der zweite Tag der 141. Generalversammlung mit dem Festakt im Gemeindesaal von St. Marien. "Keine stummen Hunde sein - über Verantwortung in Politik und Gesellschaft". Bbr. Michael Brand (MdB) stellt seinen Vortrag zum Festakt der 141. Generalversammlung unter ein Zitat unseres Patrons, den heiligen Bonifatius. In seiner Rede legt er anhand der drei Themenfeldern der Religionsfreiheit, des Lebensschutzes und der Verantwortung in der Welt dar, wie sich sein politisches Engagement im Deutschen Bundestag aus seinem christlichen Glauben speist. Anekdoten- und zitatreich zeigt er auf, dass sich die Religionsfreiheit als ein Maß für die Freiheit und Gerechtigkeit einer Gesellschaft darstellt, und es auch gerade unsere Aufgabe als Christinnen und Christen ist, für die freie Religionsausübung aller Religionen zu kämpfen. Umrahmt wird die Veranstaltung durch das Bläserensemble des sinfonischen Orchesters Mainz unter der Leitung von Bbr. Sascha Koch. VOP Bbr. Simon Konermann nutzt den Rahmen, um den Organisatoren und Helfern der Unitas Cheruskia, Bbr. Johannes Stüber und seinen Mitstreiter sowie Frau Kellermann (VGS) und Bsr. Barbara Czernek für ihr Engagement zur Durchführung dieser GV zu danken und überreicht Jedem einen Geschenkkorb, der der Örtlichkeit entsprechend einen GV-Bembel enthält. Im Anschluss lädt die Stiftung Unitas 150PLUS zu einem kleinen Sektumtrunk mit Häppchen ein, bei der die Themen des Vortrags untereinander und mit Bbr. Michael Brand weiter diskutiert werden.

Verbandsmesse

Mit einer persönlichen Anekdote geht Bbr. Stefan Wingen in der Predikt der Verbandsmesse auf das Pfingstfest ein. Beten wir doch um das Kommen des Heiligen Geistes, der mit der Taufe aber längst mit uns ist. Wir haben also den Heiligen Geist, aber lassen wir ihn in uns wirken? Mit dieser provokanten Frage konfrontierte unser Geistliche Beirat die Gemeinde. Dabei ist der Geist Gottes nicht nutzlos, nur weil er "nichts tut", vielmehr reicht uns Gott mit seinem Geist die Hand. Wir müssen uns aktiv dazu entschließen, ihn in uns wirken zu lassen. Dann lässt er uns erkennen, was Recht ist und lässt es uns tun, und dann wird sein Wirken sichtbar. In den Fürbitten gedachte der Unitas-Verband seiner in den zurückliegenden Monaten verstorbenen Mitglieder.

3. Plenarsitzung

Nach der Verbandsmesse beginnt die 3. Plenarsitzung. Auf der Tagesordnung stehen weitere Wahlen, in denen Verbandsämter und Beiräte werden durch die Generalversammlung gewählt und bestätigt werden sowie verschiedene Anträge.
Das auf der 140. Generalversammlung in Bonn beschlossene soziale Projekt des Unitas-Verbandes zur Förderung von Studenten aus dem Nahen Osten verläuft ausgesprochen erfolgreich, wie Bbr. Dr. Christof Beckmann (Unitas Stolzenfels) engagiert berichtet. Um die intensive Zusammenarbeit mit den Salesianern Don Boscos für den Bedarf vor Ort flexibler zu gestalten, beschloss die Generalversammlung eine Erweiterung des bisher definierten Empfängerkreises und eine Vereinfachung der Mittelbindung. "Weniger reden, mehr handeln" lud Bbr. Beckmann ein, auch in anderen Orten die Bildung von Netzwerken zur Unterstützung zu verfolgen und freute sich über positive Signale aus Würzburg.

Das Amt der Schriftleitung geht nach 18 Jahren aus den verdienten Händen von Bbr. Dr. Christof Beckmann und seinem Stellvertreter Bbr. Hermann-Josef Grossimmlinghaus (Unitas Assindia) in neue Verantwortung über. Bbr. Stefan Rehder (Unitas Nibelung) wird die Geschicke der unitas, die Zeitschrift "für und aus dem Verband", leiten. Seine große journalistische Erfahrung wird von einem ebenso erfahrenen Journalisten, Bbr. Sebastian Sasse (Unitas Ruhrania) unterstützt. Die alte und neue Schriftleitung werden in den nächsten Tagen die Übergabe"formalitäten" abstimmen. Mit der unitas-Ausgabe zur GV und der letzten Ausgabe des Jahres 2018 wird sich dann die alte Schriftleitung nach knapp 75 Ausgaben in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Wir sagen DANKE für eine hervorragende (Re-)Präsentation des Verbandes in hoher Qualität nach innen und außen.

Mit dem aufrichtigen Dank des Vorsitzenden des Altherrenbundes, Bbr. Dr. Dr. Thomas Lohmann an die Organisatoren der 141. Generalversammlung für die gelungene Planung und Durchführung, für das engagierte Mitarbeiten der Teilnehmer, und an die aus Ämtern scheidenden Unitarierinnen und Unitariern endet der verwalterische Teil der GV.

Festkommers

Zum inhaltlichen Abschluss der 141. Generalversammlung hatten die Gastgeber der Unitas Cheruskia Gießen in das Kongresszentrum im Kurhaus eingeladen. Ein beeindruckendes Bild bieten die über 25 Chargenabordnung der Aktivenvereine, die von St. Marien durch die Stadt Bad Homburg in den Landgraf-Friedrich-Saal des Kurhauses einziehen.
Dort feiern sie unter der Leitung des Präsiden Bbr. Benedikt Gomes (Unitas Cheruskia) mit fast 400 Besuchern, unter denen sich auch viele Honoratioren der Geistlichkeit und der Stadt Bad Homburg mischen wie Bbr. Weihbischof em. Dr. Hans-Jochen Jaschke, Pfarrer Werner Meuer, der Oberbürgermeister der Stadt Homburg, Alexander Hetjes, Bürgermeister Meinhard Matern, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Alfred Etzrodt, und weitere dem Unitas-Verband verbundene Gästen, einen würdigen und liedreichen Abend, der die Anstrengungen der vergangenen Tage schnell in den Hintergrund treten läßt. Als Festredner konnte der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, gewonnen werden. In seiner Rede plädiert er für eine Öffnung und Demokratisierung der Wissenschaft. Es gehe darum, der Öffentlichkeit durch verständliche Kommunikation den Nutzen der Wissenschaft sichtbar zu machen. Wissenschaft werde nicht um ihrer Selbst sondern mit einem Nutzen für die Allgemeinheit betrieben. Nur so könne das Vertraun in faktenbasiertes Handeln und Diskutieren aufrecht erhalten und ein offener Geist in einer offenen Gesellschaft bewahrt bleiben.
Ein weiterer Höhepunkt des Kommers ist die Verleihung der Silbernen Unitas-Nadel an Bbr. Thomas Staroszynski, der sich über Jahrzehnte hinweg mit viel Herzblut an verschiedenen Stellen des Verbandes engagiert hat, zuletzt seit 2009 als Vorsitzender des Finanzkommission. Mit stehenden Ovationen würdigen die Anwesenden Bbr. Staroszynski für seinen langjährigen Einsatz, in dem er stets präzise, unaufgeregt und mit seiner unnachahmlichen Liebenswürdigkeit dem Verband gedient hat.
Mit der gekonnten musikalischen Begleitung durch Bbr. Bernd Christoph Hartmann klingt ein gelungener Abend und eine hervorragend gestaltete und organisierte Generalversammlung aus. Den geistlichen Abschluss wird am Morgen des Pfingstmontag das Pontifikalamt in St. Marien unter Zelebration von Bbr. Weihbischof em. Dr. Hans-Jochen Jaschke bilden.

Pontifikalamt

Das Pontifikalamt in St. Marien bildet am Pfingstmontag den geistlichen Abschluss der 141. Generalversammlung. In das bis auf den letzten Platz gefüllte Gotteshaus ziehen feierlich 16 Chargenabordnungen mit der Geistlichkeit ein. Weihbischof em. Bbr. Dr. Hans-Jochen Jaschke aus dem Erzbistum Hamburg unter Con-Zelebranz von Bbr. Dr. Oliver Wintzek, Bbr. Pfarrer Tobias Spittmann und dem Gießener Hochschulpfarrer Bbr. Dr. Siegfried Karl feiern mit der unitarischen Gemeinde die Heilige Messe.
Eine Zeile aus den Werken von Rose Ausländer: "Erbarme dich / Herr / meiner Leere / Schenk mir / das Wort / das eine Welt / erschafft." aufgreifend verdeutlicht Bbr. Jaschke, wie machtvoll und schaffend das Wort sein kann. Der Mensch sei ein worthaftes Wesen, im Dialog mit dem Mitmenschen nach der Wahrheit zu suchen und um sie zu ringen. Es sei mehr als nur ein sprachliches Pfingstwunder gewesen, dass die Menschen ganz nach ihren Fähigkeiten und Bildung die Worte der Jünger verstehen und begreifen konnten. "Es macht uns Ehre, Wissenschaft und Glaube zusammenzuführen, die Wahrheit zu sehen und die daraus resultierende Verantwortung anzunehmen." stellt der Erzbischof für die Unitarierinnen und Unitarier heraus.

Mit dem schon traditionellen Gruppenfoto der Chargenabordnungen mit der Geistlichkeit inklusive dem Anstimmen des Bundessangs endet die 141. Generalversammlung des Unitas-Verbandes. Vorortspräsident Simon Konermann dankt allen Beteiligten für dieses Gemeinschaftserlebnis am Pfingstwochenende und wünscht allen eine gute Heimreise.