Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


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In memoriam: Bbr. Prof. Joachim Gnilka

Von:  Unitas-Verband e.V.

21.01.2018

MÜNCHEN. Bbr. Prof. em. Dr. Joachim Gnilka, ist am Donnerstag, 8.Januar 2018 im Alter von 89 Jahren in München verstorben. Der international renommierte Theologe, Autor zahlreicher Kommentare zum Neuen Testament, lehrte an den Universitäten Münster (1962-1975) und München (1975-1997). Seine Bücher wurden in zehn Sprachen übersetzt, Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1992 zum Päpstlichen Ehrenprälaten.

Bbr. Gnilka, am 8.12.1928 in Leobschütz (Erzdiözese Olmütz) geboren, studierte Philosophie, Theologie und orientalische Sprachen in Eichstätt, Würzburg und am Bibelinstitut in Rom. Am 19. Juli 1953 wurde er in Würzburg zum Priester geweiht. Nach seelsorglicher Tätigkeit in Zell, Lengfurt, Aschaffenburg-Sankt Michael, Obertheres, Würzburg-Sankt Elisabeth und Eisingen schloss sich Gnilka am 16. September 1956 der Unitas in Würzburg an und wurde zum Weiterstudium in Rom beurlaubt. 1958 wurde Gnilka wissenschaftlicher Assistent, ein Jahr später habilitierte er mit einer Schrift mit dem Titel „Die Verstockung Israels. Isaias 6,9–10 in der Theologie der Synoptiker“ und war 1959–1962 Privatdozent an der Universität Würzburg. Hier übernahm er 1960 bis 1962 das Amt des Geistlichen Beirats der Unitas Bavaria.

1962 wechselte Bbr. Gnilka als ordentlicher Professor für Neutestamentliche Exegese an die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster, 1975 dann auf den Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese und Biblische Hermeneutik an der Katholisch-Theologischen Fakultät nach München, wo er sich der Münchener Unitas als B-Philister anschloss. 1972-1979 gehörte Bbr. Gnilka Mitglied der Päpstlichen Bibelkommission an und war 1985-1994 Mitglied der Internationalen Theologenkommission. 1997 wurde der Professor an der Universität München emeritiert und übernahm von 2000-2002 eine Gastprofessur an der römischen Universität Urbaniana. Seit seiner Emeritierung hielt Gnilka, der in München lebte und der dortigen, vermehrt Vorlesungen im Ausland, mit Schwerpunkt in osteuropäischen Ländern. Auch der Unitas stand er vielfach zur Verfügung. So übernahm er den wissenschaftlichen Part beim Altherenbunds-/Hohedamenbundstag 2005 in Regensburg.

Bbr. Joachim Gnilka ist Autor zahlreicher Arbeiten zu den Evangelien und den Paulusbriefen (Herders Theologischer Kommentar), die als Lehrbücher gelten, sowie Verfasser von Bestsellern wie „Jesus von Nazareth“ oder „Paulus von Tarsus“. Außerdem veröffentlichte er eine Theologie des Neuen Testaments sowie ein Werk über die Ursprünge des Christentums, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Eines seiner bedeutendsten Werke ist der Kommentar zum Matthäusevangelium.

R.I.P. 

Bücher: „Wie das Christentum entstand“ (Band 1: Jesus von Nazaret, Band 2: Paulus von Tarsus, Band 3: Theologie des Neuen Testaments), ca. 1.150 Seiten, Verlag Herder (ISBN 3-451-28307-7).

„Bibel und Koran: Was sie verbindet, was sie trennt“, Taschenbuch: 216 Seiten, Verlag: Herder, Freiburg; Auflage: 6., Aufl. (Januar 2007), ISBN-10: 3451283166, ISBN-13: 978-3451283161, Preis: EUR 14,90