Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Übersicht

"Do it"

Von:  BOEN

04.12.2017

Eichstätt. Die katholische Soziallehre. Es gibt wohl kaum ein Thema, das in unserer Unitas mit solcher Regelmäßigkeit diskutiert wird wie dieses. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Zum einen ist die Unitas durch Mitglieder wie Franz Hitze oder Heinrich Pesch quasi auf die Soziallehre hin geprägt und schon von daher in der Pflicht, diese im Bewusstsein zu halten. Zum anderen steht es um das Wissen um die katholische Soziallehre schlecht. Würde man die Menschen in unseren Fußgängerzonen nach ihr befragen, wüssten die meisten wohl kaum, dass diese überhaupt existiert.

Selbst unter Katholiken müsste man wohl eine Weile suchen, bis man jemanden fände, der sie einem erläutern könnte. Darum tut die Unitas gut daran, durch Veranstaltungen wie das Krone-Seminar oder durch die Förderung des Heinrich-Pesch-Preises dafür zu sorgen, dass die katholische Soziallehre innerhalb und außerhalb der Unitas immer wieder ins Gedächtnis gerufen wird. Mit dem „DOCAT“, dem Katechismus zur Soziallehre der Kirche, haben es sich die deutsche und die österreichische Bischofskonferenz sowie die Kongregation für die Glaubenslehre zum Ziel gesetzt, die Soziallehre unter jungen Katholiken wieder bekannt zu machen und zu helfen, dass sich die junge Generation weltweit für diese einsetzt.

Dieses Anliegen fiel in der Unitas natürlich auf fruchtbaren Boden, und so fanden sich um die 200 Aktive unter dem Motto „Do it – Katholische Soziallehre“ in Eichstätt ein, um ihr Wissen zu vertiefen und zu diskutieren.

Die inhaltliche Einstimmung in das Thema gab Bbr. Frank Zschaler, Professor für Wirtschaft- und Sozialgeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, mit dem Eröffnungsvortrag am Freitag. Am Samstag führte – nach der Feier der Heiligen Messe in der bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllten Kolping-Kapelle mit Bbr. Stefan Wingen – Bbr. Gabriel Siegle unter dem Titel „Liebe als Basis alles ethischen Handelns“ in die historische Entwicklung der katholischen Soziallehre ein. Ausgehend von den Enzykliken legte er dar, wie die Lehre der Kirche stets nah an den Problemen der Zeit orientiert das Gebot der Nächstenliebe auslegt.

Im Anschluss wurden in kleineren Workshops einzelne Aspekte der Soziallehre bearbeitet. So leitete Bbr. Prof. Zschaler eine Arbeitsgruppe unter dem Titel „Wohlstand, Gerechtigkeit und Arbeit“, in der neben Grundlagen der Ethik vor allem die Frage diskutiert wurde, in wie weit die katholische Soziallehre in Unternehmen gelebt werden kann. Die Gruppe unter Bbr. Simon Heindl legte ihren Fokus weiter und besprach unter dem Titel „Haben die, die wir ausbeuten, denn keine Würde? Personalität – Personenwürde“ die drängenden sozialen Probleme unserer globalisierten Welt. Weitere Workshops beschäftigten sich mit den der Soziallehre zugrunde liegenden Prinzipien, der Frage nach der Nachhaltigkeit in der Nutzung unserer Umwelt sowie der Aufgabe und den Möglichkeiten internationaler Organisationen hinsichtlich einer sozialen Welt. Zudem leitete Bbr. Prof. Dr. Hubert Braun einen Workshop zum wissenschaftlichen Arbeiten, in dem er mit dem Aktiven fächerübergreifende Prinzipien wissenschaftlicher Arbeit diskutierte.

Den Abschluss des Tages bildete der vom hohen Vorortspräsidenten mit Bravour geschlagene Festkommers. Diesen schlug Bbr. Simon Konermann nicht nur, er hielt sogar selbst die Festrede. In dieser legte er der versammelten Korona noch einmal die Inhalte, die Geschichte und die enge Verbindung der Unitas zur katholischen Soziallehre dar.

Den Höhepunkt des Aktiventages bildete die Verbandsmesse zum Christkönigsfest. Zu Beginn der Messe weihte der Geistliche Beirat des Unitas-Verbandes, Bbr. Stefan Wingen, ein neues Mess-Gewand, das in Zukunft bei den Messen des Verbandes Verwendung finden wird.

Mit dem Aktiventag kann die Beschäftigung mit der Soziallehre natürlich nicht abgeschlossen sein. Wir nehmen viele Einsichten mit in unsere Studienorte, doch werden diese sicher noch weiter vertieft werden. Hierzu werden künftige Wissenschaftliche Sitzungen, Gespräche im Kreise der Bundesbrüder und Bundesschwestern oder das anstehende Krone-Seminar reichlich Gelegenheit bieten.