Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Mission in Aplerbeck

Der Artikel römisch sieben (Vereinsmission) der Statuten aus dem Jahre 1873 hatte den Wortlaut: "Der Priester-Verein stellt sich die Aufgabe, eine bestimmte Missionsstelle in besonderer Weise zu unterstützen. Vorläufig ist als solche Aplerbeck (Diöcese Paderborn) gewählt." Eine Rechnungsablage für 1873 ergibt weitere 80 Thaler für die Missionsstelle aus den Vereinsbeiträgen. Danach lassen die Meldungen über die Missionsstelle in Aplerbeck deutlich nach.

In der Oktober-Ausgabe der XP! wird im Jahre 1874 ein letztes Mal das soziale Projekt erwähnt: Präses Eich berichtet, daß Steinhoff ein "kleines, hübsches Schriftchen" herausgegeben habe, "welches die Noth der dortigen Missionsgemeinde dem Leser auf sehr anschauliche Weise in Wort und Bild vor Augen führt."

Eich schreibt weiter: "Ein Brief desselben Missionars vom 1. Oktober (1874) zeigt, welchen Nutzen die UNITAS in Aplerbeck stiftet. (...) berichtet derselbe weiter, daß ihm durch Vermittlung von unitarischen Freunden folgende Gaben zugeflossen seien: (...)" Insgesamt beläuft sich die Spendensumme auf 1109 Thaler, 2 Silbergroschen und 9 Pfennig. "Darunter sind die in der 'Correspondenz' veröffentlichten Überschüsse von Beiträgen nicht mit einbegriffen. Außerdem übernahmen die auf der Generalversammlung anwesenden Unitarier 550 von den obengenannten Büchleins zur Verbreitung."

Damit endet zumindest publizistisch das soziale Projekt der UNITAS. In den weiteren "Correspondenzblättern" finden sich keine weiteren Hinweise auf die Mission in Aplerbeck. Erwähnen muss man aber an dieser Stelle, dass das Projekt in der Hauptsache von der klerikalen UNITAS gefördert wurde. Die akademische UNITAS hatte wie bereits betont, nur einen geringen finanziellen Anteil an den Vereinsbeiträgen. Als zweiter Grund könnte die Tatsache vermutet werden, dass mit der Redigierung des Correspondenzblattes von Beginn des Jahres 1874 an die Coeten Bonn und Münster, ab 1875 im Wechsel mit Würzburg beauftragt wurden.

Die Correspondenz XP! der UNITAS erschien mit der Ausgabe Oktober 1874 zum letzten Male. Mit ihr ging auch die Berichterstattung über das soziale Projekt unter. Ein Hinweis auf Bbr. Ferdinand Steinhoff findet sich zwar in den nachfolgenden Heften, das soziale Projekt wird aber mit keiner Silbe mehr erwähnt.

Die in der chronologischen Folge berichteten Aktivitäten der frühen UNITAS belegen, mit welch immens euphorischem Einsatz die Missionsstelle in Aplerbeck unterstützt wurde. Als vorbildlich ist die bedeutungsvolle, aufopfernde, andere Unitarier mitreißende unermüdliche Tätigkeit des Gründers der UNITAS, Hermann-Ludger Potthoff zu bezeichnen. Wie ebenso sein Nachfolger im Amte des Präses, Bbr. Eich, war es Potthoffs Verdienst, sich der missionarischen Arbeit des Bundesbruders Steinhoff anzunehmen und sie vorbehaltlos zu unterstützen.

Die dokumentierten Aktivitäten der Bundesbrüder Steinhoff, Potthoff und Eich für die Missionsstelle, lassen mit Fug und Recht den Schluss zu, das die "Aktion Aplerbeck" somit als das erste soziale Projekt des UNITAS-Verbandes gewertet werden darf.