Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


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Unitas und Don Bosco knüpfen ein Netz

Von:  Unitas-Verband e.V.

21.06.2017

ESSEN. „Da habt Ihr aber eine Menge Arbeit gehabt“, meinte Pater Direktor beim Rundgang durch das Essener Unitas-Haus. Während der Führung und der Erläuterung der vielen Devotionalien vor den Bildern von Johannes Prassek und Eduard Müller im Conventsaal der Unitas Ruhrania hatte derweil auf dem neuen Platz hinter den Garagen fleißiges Räumen begonnen. Schnell füllte er sich mit Tischen, Stühlen, Geschirr und Besteck. Bald zog nicht nur der Rauch vom angeworfenen Grill über die Flurstraße, sondern auch ein eiskaltes Stauder-Fass wartete schon auf den finalen Zugriff.

Doch es ging am Dienstag, 20. Juni, nicht um die 2006 mit einer Menge Eigenarbeit verbundene Totalsanierung des Unitas-Zentrums an der Ruhr. Denn zuvor trafen sich rund ein Dutzend Bundesbrüder und Gäste auf dem Schulhof des Don Bosco-Gymnasiums und lauschten Pater Otto Nosbisch selbst. Hier erläuterte der Leiter des St. Johannesstift der Salesianer Don Boscos die vielfältigen Aktivitäten der Ordensgemeinschaft, die 1916 zwischen Zinkhütte, Bergmannssiedlungen und rauchenden Schloten in einer Borbecker Kneipe mit ihrer Arbeit für die Jugend begannen.

Neues Studentenhaus

Hier wurden vor einem guten Jahr die breit gefächerten Engagements des Ordens rund um das Don Bosco-Gymnasium an der Theodor-Hartz-Straße um ein ganz neues und für die Zukunft wesentliches Element ergänzt: Zum Don Bosco-Club mit seinem täglich von vielen besuchten Programm und den großen Angeboten der DJK Eintracht Essen-Borbeck mit der zuletzt so erfolgreichen neuen Boxstaffel gibt es nun ein eigenes „Studentenhaus“. Dies verkündet nun ganz offiziell eine brandneue stählerne Orientierungstafel auf dem Schulgelände.

Und was durch einen glücklichen „Zufall“ begann, beginnt nun neue Gestalt anzunehmen - davon konnten sich die Besucher auf dem Rundgang auf dem großen Gelände der Niederlassung schnell ein Bild machen. Nach dem Besuch in der Kirche und im Direktorenzimmer stellte Pater Otto die geplanten und schon begonnenen Baumaßnahmen vor. Durch sie soll in den kommenden Monaten im ehemaligen Haus der Patres die Wohnsituation der bislang acht aus Syrien stammenden Studenten nachhaltig verbessert werden. Sie hatten durch Vermittlung der Unitas ab 2015 dort ein neues Zuhause gefunden.

Umbaumaßnahmen gehen los

Noch teilen sie sich hier jeweils zu Zweit die ehemaligen Appartements der Patres. Durch geschickte Neuordnung der Zugänge und Entfernung von Einbauten sollen nun zuletzt Einzelzimmer und zusätzliche Räume durch den Umbau von Büros entstehen. Geplant ist die Baumaßnahme im laufenden Betrieb – keiner der Bewohner muss das Haus in der Zwischenzeit verlassen. Gemeinsam genutzt wird eine voll eingerichtete Küche, ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss ist brandneu hergestellt. „Das Bild von Don Giovanni Bosco haben sie sich sofort selbst hier an die Wand gehängt“, strahlte Pater Direktor und berichtete von den vielfältigen Treffen und gemeinsamen Aktivitäten im und rund um das Haus.

Denn was aus kleinen Anfängen begann, hat sich inzwischen ausgeweitet: Aus einem Anfang Februar spontan entstandenen Besuch von Don Simon Zakerian SDB, dem Beauftragten für die Jugendpastoral der Ordensprovinz „Medio Oriente" in Damaskus, erwuchsen mittlerweile regelmäßige Treffen von jungen syrischen Christen. Wie Pater Otto erläuterte, finden sie alle acht Wochen im Don Bosco-Club statt, sind mit Messen und Katechesen verbunden und knüpfen ein Netz, das bereits bundesweit ausstrahlt.

Neues Netzwerk wächst

Im Namen des Unitas-Verbandes dankten die Ruhranen für das Engagement, das die Salesianer Don Boscos an vielen Orten in Deutschland entwickelt haben. In diesem Netz – so ist der Plan - wird das Essener Studentenhaus ein fester und noch stärker werdender Knoten sein, der unter anderem aus Mitteln des Unitas-Verbandes unterstützt werden wird. Die von Essen dazu ausgegangene Initiative war Ende Mai 2017 bei der 140. Generalversammlung in Bonn einstimmig und für eine Laufzeit von drei Jahren als Soziales Verbandsprojekt beschlossen worden.

Für die abschließende Runde auf dem Grillplatz neben dem Unitas-Haus gab es also eine Menge Stoff zum Erzählen. Hochinteressiert an der Geschichte und Besonderheiten des Unitas-Verbandes, kam Pater Otto sofort mit allen aus der bunten Unitas-Truppe ins Gespräch. Ob sie aus Peru, Brasilien, Syrien, Portugal, dem Ruhrpott, der Eifel oder Ostwestfalen stammen - an diesem Abend war in der einbrechenden Dunkelheit handfest zu spüren, woran Pater Otto zuvor im Direktorenzimmer erinnerte: Im Blick auf den inspirierenden Geist Gottes sind Herkunft und Sprache völlig egal. Ut unum sint – semper in unitate!