Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Übersicht

Zur Mitte

Von:  Beirat für Glaubens- und Kirchenfragen

01.12.2016

Liebe Bundesschwestern und Bundesbrüder!

Besondere Feste lassen sich nicht an einem Abend, in ein paar Stunden feiern. Im Orient ist es heute noch üblich eine Feier, zum Beispiel eine Hochzeit, an mehreren Tage abzuhalten. Ein wichtiges Fest soll herausragen aus dem Alltag.

Mit Weihnachten ist es ähnlich. Vor dem Heiligen Abend beginnen die Ferien, die Familien kommen an den Feiertagen zusammen, man nutzt eventuelle Brückentage um mit wenigen Urlaubstagen eine möglichst längere Zeit die Freiheit vom üblichen Trott zu genießen. Nur wird allein der Abstand von der Arbeitswelt und der Uni im tiefsten Inneren dem gerecht, weshalb wir die Tage überhaupt erst frei haben? Wir feiern nicht Weihnachten, weil halt frei ist, sondern wir haben frei um Weihnachten feiern zu können! Mit Weihnachten ist es mit dem Heiligen Abend und dem ersten Feiertag aber nicht getan. Weihnachten ist ein regelrechter Zyklus von kirchlichen Festen, die zusammen ein großes Ganzes ergeben. Hinter diesem Ganzen steckt eine Botschaft Gottes an uns. Die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember ist wahrhaft eine heilige Nacht. Wir feiern, dass Gottes Sohn Mensch wurde. Er hat die Herrlichkeit des Himmels verlassen um Himmel und Erde zu verbinden, Gott und Mensch zu versöhnen. Am 26. Dezember feiert die Kirche den heiligen Stephanus, der als erster Märtyrer für Christus starb. Kreuz und Krippe sind nicht voneinander zu trennen. Man könnte sagen, sie sind beide aus dem gleichen Holz geschnitzt. Gottes Liebe geht nämlich so weit, dass sie Leiden und Tod nicht scheut um uns zu erlösen. Stephanus bezeugt diese größte Kraft im Universum mit seiner ganzen Person.

Erinnert uns das nicht an den Burscheneid, in Kirche und Gesellschaft, ob gelegen oder ungelegen, unseren Mann, unsere Frau zu stehen? Die Liebe hat aber nicht nur mit Leiden und Bekenntnis zu tun, sondern vor allem mit Hingabe, mit Freundschaft und Innigkeit. Das zeigt uns der heilige Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, dessen die Kirche am 27. Dezember gedenkt. Am gleichen Tag begehen wir in diesem Jahr das Fest der heiligen Familie. So, wie wir in engen Freunden und in der Familie Liebe, Hingabe und Geborgenheit empfangen, so will uns auch Gott überreich beschenken mit seiner göttlichen Liebe, die tröstet, heilt, trägt und rettet.

Genau eine Woche nach Weihnachten, am 1. Januar, beginnt nicht nur das neue Jahr. Wir feiern das Hochfest der Gottesmutter Maria, unserer Verbandspatronin. Sie trug den Gottessohn, mit dem die neue Schöpfung begann, unter ihrem Herzen. Aber sie behält ihn nicht für sich, sondern zeigt ihn der ganzen Welt, für die stellvertretend am 6. Januar die Weisen aus dem Morgenland stehen. Die wenigen, die Jesus Christus erkannt haben, halten ihn uns hin: Maria und Josef, die Hirten, die drei Könige. Die Weihnachtszeit endet mit dem Fest der Taufe des Herrn am 8. Januar. Wir werden an unsere Taufe erinnert, die die meisten von uns unbewußt als Säuglinge empfangen haben. Die Taufe ist das Sakrament, in dem Gott uns durch seine Liebe von Sünde und Schuld reinwäscht. So wie das Kind in der Krippe sind alle Getauften Gotteskinder und haben Anteil am göttlichen Leben und an der göttlichen Liebe. Und diese Liebe kommt zu uns. Ganz konkret. An Weihnachten. In einer Person. JESUS CHRISTUS! Ist das nicht Grund zu feiern?

Ich wünsche euch und euren Familien frohe und gesegnete Weihnachten, euer Stefan Wingen, Geistlicher Beirat