Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


1815 - Nationen, Landsmannschaften und Verbindungen

Studentische Organisationen sind so alt wie die Universitäten selbst. Nachdem bereits im Altertum Hohe Schulen bestanden, erreichte die von Gründungen in Arabien und Spanien inspirierte Errichtung der Universitäten von Paris 1179 und Bologna 1222 für unseren Sprachraum entscheidende Bedeutung. Grundlegend war die Idee, die verschiedenen Fächer im Unterricht voneinander zu trennen. Die Studenten waren nach ihrer Herkunft in Nationen unterteilt. Scholaren und lehrende Magister wohnten zusammen in der Wohnform der Bursen; studentische Kleiderordnung und akademische Gerichtsbarkeit waren streng geregelt. Kaiser Karl IV. stiftete 1348 in Prag die erste Universität des deutschen Sprachraums. Es folgten in der Reihenfolge ihrer Gründung die Universitäten Wien (1365), Heidelberg (1386), Köln (1388), Leipzig (1409), Rostock (1419), Freiburg i.Br. (1455) und andere; die Universität Erlangen wurde 1743 begründet. Technische Hochschulen bestehen seit 1745 (Braunschweig), Katholische Philosophisch-Theologische Hochschulen seit 1568 (Braunsberg).

Den Nationen folgten die Landsmannschaften zum Schutz und zur Erziehung der Studenten eines Heimatgebietes und die studentischen Orden. Sie wurden unter dem Einfluss der Aufklärung, der Französischen Revolution mit freimaurerischem Gedankengut ins Leben gerufen und erlangten bis Ende des 18. Jahrhunderts große Bedeutung. Aus ihnen entstanden dann die Korporationsformen der Corps und Burschenschaften, die die Tradition heutiger Studentenverbindungen begründeten. Von den Corps wurden erstmals Band und Mütze als neue Bräuche eingeführt; die Corps sehen ihren hauptsächlichen Zweck in der inneren Verbundenheit und Freundschaft ihrer Mitglieder. Als grundlegend neuer Gedanke der am 12.6.1815 in Jena gegründeten Urburschenschaft ist die überragende Stellung des vaterländischen Einheitsgedankens zu sehen. Mit dem Wartburgfest 1817 wurde die burschenschaftliche Bewegung zum politischen Faktor als Gegenkraft zur Kleinstaaterei. Die Burschenschaften waren von 1819 bis 1848 verboten.

Religiöse Fragen fanden bei der Burschenschaft und den Corps trotz deren ursprünglicher christlich-religiöser Begeisterung keine Heimat: So entstand 1836 in Erlangen die Uttenruthia als christliche Burschenschaft evangelischer Theologiestudenten (später Grundlage des Schwarzburgbundes und des Wingolfbundes). Die katholische Studentenschaft wurde wie die katholische Bevölkerung allgemein stark benachteiligt; ihr Recht auf akademische Ausbildung war eingeschränkt. Die Repressionen Preußens gegen die katholische Kirche führten zu einer allgemeinen katholischen Volksbewegung, die auch zu studentischen Vereinen führte. So wurde in Bonn am 15.11.1844 die katholische Verbindung Bavaria (Gründungsverbindung des CV) hervorgingen. Auf deren Anregung entstanden fünf weitere katholische Vereine (Romania, Salia, Burgundia, Ruhrania, Thuringia), die sich bis 1853 zur "Union" zusammenschlossen. Die am 11.6.1847 gegründete Ruhrania nahm den Namen UNITAS an (später UNITAS Salia) und wurde zur Mutterkorporation des UNITAS-Verbandes, des ältesten katholischen Studentenverbandes in Deutschland. Und zu dem gehören wir.