Unitas - ein Name, ein Programm

Die Unitas wurde 1855 von Bonn und Tübingen aus begründet und ist damit der älteste katholische Studenten- und Akademikerverband Deutschlands.


Soziale Projekte

Soziale Projekte des Unitas-Verbandes

Schon bald nach der Gründung waren soziale Fragen von großer Bedeutung für die Unitas – das zeigt der Blick in die Geschichte des Verbandes. Viele frühe sozialpolitische Initiativen gingen von Unitariern aus. Namen wie Franz Hitze, Heinrich Pesch, Georg Werthmann oder Paul Jostock zeigen, dass der Verband über eine große „soziale“ Ahnengalerie verfügt, deren Erbe er sich bis heute verpflichtet weiß.

So wurden seit dem Bau der Franz-Hitze-Gedächtniskirche in Neuenhaßlau von den Studentenvereinen und den über 160 lokalen Zusammenschlüssen der schon im Beruf stehenden Alten Herren vielfältige Hilfsaktionen unterstützt. Nicht erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, als Paketaktionen für bedürftige Menschen in Russland, Polen und den Ländern im ehemaligen Jugoslawien gestartet, medizinische Hilfsgüter und Medikamente gesammelt und von Bundesbrüdern direkt dorthin transportiert wurden, wo man sie brauchte.

Kreativ für deutsche Diaspora, Mission oder Indien

Wer ein besonderes Talent hat, der setze es ein: Wohltätigkeitskonzerte haben in mehreren Unitas-Vereinen gute Tradition. Regelmäßig gehen die Erlöse aus der musikalischen Präsentation an Bundesbrüder, die in Übersee etwa als Missionare oder Entwicklungshelfer tätig sind. Andere Ortsgruppen kümmern sich um ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger durch Nachbarschaftshilfen oder machen ihnen eine Freude mit einem bunten Programm bei einer vorweihnachtlichen Feier. Andere engagieren sich mit einer Hausaufgabenhilfe für Aussiedlerkinder.

Nicht nur die Einzelvereine üben die praktische Tat: Auch der Verband unterstützt seit Anfang der 60er-Jahre verschiedene große soziale Projekte. Rund 30 Jahre lang hielt er eine besondere Patenschaft zum indischen Bistum Salem aufrecht. Hier wurden vor allem ein Krankenhaus, aber auch Schulen und Fortbildungseinrichtungen tatkräftig gefördert.

Pläne für ein Kinder- und Jugenddorf in der Nähe von Leipzig wurden unter Schirmherrschaft des damaligen Bundesinnenministers, Bundesbruder Rudolf Seiters, verwirklicht. 1996 erhielt das Unitas-Haus seinen Namen nach einem berühmten Bundesbruder aus den Reihen des Verbandes: Robert Schuman, einem der Väter der Europäischen Einheit. Und bis heute ist der Verband diesem schönen Projekt verbunden.

Auf dem leidgeprüften Balkan, in Lateinamerika und Tschechien

Als das Morden auf dem Balkan begann, wandte sich der Blick auf die Kinder des Krieges. Der Unitas-Verband ging an den Wiederaufbau eines Kinderheims in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Viele Hunderttausend Euro Spendengelder kamen so zusammen, die als Beitrag zu Frieden und Versöhnung im Land gut angelegt sind.

Ein großes Projekt für Jugendliche entstand im Heiligen Jahr 2000 mit den Salesianern Don Boscos in der venezolanischen Hauptstadt Caracas, wo das von der Unitas gebaute Zentrum ein Ort für viele Aktivitäten ist. Im Mai 2007 konnte das „Centro de Formación Juvenil y Popular“ in Macaracuay durch Padre Pascual Chavez Villanueva SDB, den römischen Generaloberen der Salesianer, eingeweiht werden.

2003 ging der Verband an die Einrichtung eines Internates in Prijedor im Bistum Banja Luka / Bosnien-Herzegowina. Und im tschechischen Böhmen förderte der Verband Kinder- und Jugendeinrichtungen in der Nähe des wiederbesiedelten Klosters Osek in Dlouha Louka.

Damit ist soziales Engagement in der Unitas in einem dreifachen Sinn zu verstehen: gute theoretische Grundlegung in der katholischen Soziallehre, praktische Umsetzung der Ideen in konkrete Projekte sowie Mitsprache bei aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und öffentliche Bewusstseinsbildung für soziale Ungerechtigkeiten. Unsere Devise: Aus Mitmachern müssen Macher werden, aus Zuschauern Akteure!

Auch in unserer Zeit heißt es sensibel bleiben für Ungerechtigkeit und Benachteiligung. Ein Studenten- und Akademikerverband wie die Unitas kann zwar nicht die Welt verändern. Aber er kann kleine Zeichen setzen, die das soziale Gewissen wachhalten.